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Jeschurun · 1859-05-01 · Heft 8 (Mai 1859) · p. 400

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 8 (Mai 1859)
Article
Ijar
Date
1859-05-01
Page
400 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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400 War. י - retten, jeder sein eigenes einzelnes ״Seelenheil" bedenken והיתד. לו —־ נפשו לשלל — wie der Prophet spricht — die Gänge des Ganzen aber Gott und der Zeitentwickelung überlassen, die sich durch Ueberstürzung wohl wieder zu recht finden wird —? Oder sollen wir schreiben? Soll wieder Alles aus Papier htnauslaufen? Wird noch nicht genug geschrieben in unserer papiernen Zeit? u. s. w." Diese und ähnliche, zum Theil schriftlich uns vorliegende Fragen, haben wir nicht selten vernehmen müssen, wenn unsere Blätter von Zeit zu Zeit unsere Gleichgültigen zu wecken, unsere Stillsitzenden zu spornen, uns Allen aber — wie auch heute wieder — die große Verantwortung nahe zu legen versuchten, die uns Alle trifft, wenn wir nicht Jeder seines Theils Alles thun, was in einer Zeit so ernster Gestaltung Jedem zu thun möglich wäre. Sind diese Gegenfragen gerecht? Nehmen wir die letzte Frage, die Schreibseligkeit unserer Zeit zuerst, so sehr wir auch dabei dem Scheine uns aussetzen sollten pro domo zu sprechen. Und wenn ihr auch nur zu schreiben vermöchtet, und wenn ihr auch nur ein Wort, ein ernstes Wort öffentlich zu sprechen oder zu schreiben vermöchtet, und ihr hättet es nicht gethan, hättet für die heiligste Sache, die selbst mit dem Leben nicht zu theuer erkauft wäre, nicht einmal ein Wort gewagt, — wir glauben, selbst das Unterlassen eines solchen Wortes wiegt schwer aus der Wage der Verantwortung vor Gott. Für Zwecke so unendlich hoher Bedeutung hat Jeder die Kraft und die Gaben aufzuwenden, die ihm verliehen. Und eben erst, wenn von Allen Alles geleistet wird, diese ihr Wort, jene ihr Geld, die Andern ihre That, Alle ihre Neigungen, ihre Wünsche, ihre Freundschaften, ihre Interessen, ihre Häuser und ihre Familien einfetzen für Gott und seine Sache, erst dann dürfen wir Alle diese Sache unsere Sache nennen. Und wäre gleich unsere Zeit ein so papiernes Zeitalter, wie ihr meint, und würde gleich so viel geschrieben wie ihr sagt, auch nur an papiernew Muthe, an geschriebenen Worten für unsere Sache haben wir wahrlich nicht Ueberfiuß, und dieser Mangel an Ueberfluß, wie man in andern Beziehungen so obsolet geistreich spricht, ist in unserer Sache wahrlich kein geringer positiver Mangel. Eben weil man von andrer Seite so viel schreibt, dürft auch ihr das Schreiben nicht unterlassen. >

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