Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 7 (April 1859)
- Article
- Halberstadt
- Date
- 1859-04-01
- Page
- 382 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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382 Correspondenz. zu Schulzendorf, und dieser schloß sich zu Ehren seiner Vaterstadt dem Banplane des Klausgebäudes in der Art an, daß der linke Flügel auf seine Kosten zu einem Schulraume für drei Klaffen ausgebaut wurde. Durch diese Wohlthat, welche eine Ehren-Denktafel verewigt, ist dem fortwirkenden Geiste der Hascharath Zewy eine geeignete würdige Hülle angeschaffen worden. Seit einigen Monaten bewegen sich nun Lehrer und Kinder in diesen schönen Räumen; es durchweht alle ein Gefühl der langentbehrten Behaglichkeit, dessen gute Folgen nicht ausbleiben können, da auch die Kinder heraus zu fühlen scheinen, wie sie solchen schönen Klaffen durch gutes Betragen und Fleiß Ehre machen müsse». Diesem Referat dürfte sich wohl passend ein Bericht über den Schulplan dieser Anstalt anschließen, welcher den Tendenzen entsprechen soll 1) dem speeifisch Jüdischen sein ungeschmälertes Recht nach Kräften zu bewahren, 2) den Anforderungen einer guten Volksschule zu entsprechen, 3) auf die Vorbereitung Rücksicht zu nehmen, welche der spätere Eintritt mancher Kinder in höhere Anstalten erfordert, damit der Mangel an dieser Vorbereitung nicht der Manie Vorschub leiste, die Kinder schon früh in christliche Schulen zu schicken, und sie so dem speeifisch Jüdischen zu entziehen. Die Schule thetlt sich in drei Klassen, eine Elementarklasse für Kinder von 6—8 Jahren, eine Mittel- und eine erste Klasse. Von den sechs Schulstunden täglich wird wenigstens die Hälfte dem Unterricht im Jüdischen zugewendet. Mit dem zweiten Schuljahre beginnt der Knabe bei einigen Fähigkeiten schon חומש zu lernen, und setzt dies in allen Klassen fort, bis er durch hebr. Sprache, משניות und גמרא lernen angeleitet und befähigt wird sich in den leichtern historischen Büchern der heiligen Schrift, des ^-!-Komentars u. a. anzuetgnen. Während dieses Unterrichts wird den Mädchen Unterrichis in weiblichen Handarbeiten von einer Lehrerin ertheilt. In den andern Schulstunden nehmen Knaben und Mädchen zugleich an allen Elementarlehrgegeuständen Thetl zu denen auch Zeichnen und französische Sprache hinzukömmt. Trotzdem aber, daß die Leistungen der Schule sowohl bei den Dirigenten und Lehrern an den Ortsschulen als auch in der Gemeinde selbst zufriedenstellende Anerkennung finden, sind auch hier manche Eltern der vorgefaßten Meinung, ihre Kinder schon mit dem frühsten Alter in die Ortsschulen zu schicken. Ein Vorurtheil, das sich leider sehr verbreitet, und das ein stetes