Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 6 (März 1859)
- Article
- Adar- und Weadar-Gedanken
- Date
- 1859-03-01
- Page
- 291 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Adar- und Weadar-Gedankm. 291 Wort und der Geist und das Gesetz nichts gilt, die dort ihren s Thron und ihre Wiege gefunden, die von dort auögingen um euch ewig zu begleiten, wenn ihr in Deutschland keine Söhne Palästinas seid — dann habt ihr das Band zerrissen, das euch mit Gott und eurem Heile verbindet, dann habt ihr die Nerven zerschnitten, die den Frühlingsgeist euch zuführen könnten, daun habt ihr die Adern! gesprengt, die den Lcbensstrom eures Herzens führen, dann kommt der Frühlingsbote, aber ihr versieht ihn nicht, es geht der Auferstehungsgetst durch die jüdischen Hütten, aber ihr habt kein Herz und kein Ohr für ihn. Alle Dichterphantasien und alle philantropischen Spenden und alle palästinensische Kultur- und Wohlthätigkeitsvereinigungen zusammen vermögen noch nicht die Kraft einer einzigen ״Mizwah" zu ersetzen, in deren Uebung der Sohn Europa's fein eigenes Leben ans Morial/s Höhen pflanzt, und deren Erfüllung allein sein Herz au Jerusalems Tcmpelstätte fesselt. Nicht Dichterschwung und Harfenton, nicht Pietät und Humanität, nicht Schwärmerei und Forschung: Gehorsam, Hingebung an das auf Moriah's Opferhöhen gepflegte und von Moriahs Höhen ausgegangene Gesetz webt das Band, das uns mit dem gemeinsamen Quell unserer Hoffnungen verbindet — — Darum wird uns zuerst das Blatt der vHp^-Lehre gereicht und damit an alle Söhne Israels in weitester Zerstreuung der Ruf gesendet: sich allesammt nur als Sprossen und Sendlinge der einen großen und heiligen Gottesstiftung zu begreifen und zu bekennen, die auf Moriah-Zion ihre Vergangenheit und ihre Zukunft hat, und mit den zarten, innigen, und doch so unzerreißbar starken, unser ganzes Dasein und Leben durchdringenden Fäden ihres Gesetzes einen jeden Augenblick unsere Gegenwart gestalten will. Nur in der Hingebung an diese einzige Gottesstiftung findet ein Jeder die Berechtigung seines EtnzeldascinS vor Gott — 'כפר גפשו אי — und nur wenn unser ganzes Sein und Schaffen nichts als ein Beitrag zum Dienste dieses Heiligthums ist und sein will, findet unser Sein und Schaffen Gedächtniß und Andenken vor Gott — זכרון לפני ישראל לפני ר' —. Der Egoismus aber, der Sein und Schaffen nur in sich und aus sich zu beginnen und zu spinnen gedenkt, bricht eben auf dem Gipfel seiner Sich zählenden Vergötterung den Stab der Vernichtung über sei» Dasein und über sein Schaffen — ולא יהיה