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Jeschurun · 1859-02-01 · Heft 5 (Februar 1859) · p. 255

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 5 (Februar 1859)
Article
Dr. Barclay: "Die Stadt des großen Königs" [Rezension]
Date
1859-02-01
Page
255 (sequence 6)
Language
German
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von vr. M. Hirsch. 255 heit auf den Gedanken, als sei man bei derselben theilweise einem natürlichen Spalt im Felsen gefolgt. Nachdem er in diesem Gange achtzig Fuß vorgedrungen war, gelangte er an ein Bassin oder eine Quelle von unbekannter Tiefe, an deren jenseitigem User die Mauer oder Felswand bis in's Wasser reichte und so ein neues Hinderniß einem weiteren Vordringen entgegenstellt, selbst wenn er das Wasser glücklich hinter sich gehabt hätte. So sah er sich genöthigt, ohne ein befriedigenderes Resultat zurückzukehren. Der Rückweg war indeß noch schwierig genug. Die Decke des Felsen senkte sich so nahe aus das Wasser, daß die Kerze kaum Raum zum Brennen hatte, eine Lage, die nicht eben die comsortabelste gewesen sein mag. Er jedoch maß zuerst den Gang genau aus, erleuchtete ihn mit seinen letzten Kerzen, betrachtete ihn noch einmal mit langem Abschtedsblicke, ließ die brennenden Lichter zurück und kehrte zum Brunnen zurück, sich zur Auffahrt zu rüsten. Das Seil war noch an der alten Stelle, die Fellahs oben. Das Zeichen ward gegeben, und wiederum schwebte er in der Lust und in der Finsterniß, denn wie zuvor war das Licht ausgclöscht. War es in einer Tour hinuntergegangen, so gings hinauf natürlich nur in Zwischenräumen, was die Schwingungen des Seiles nur um so heftiger machte. So rottrte er in dem dunkeln Gewölbe, bald an der einen, bald an der andern Seite anschlagend, und war nach Allem nicht eben unzufrieden, als er sich wieder unter freiem Himmel auf festem Boden befand. — Es ist jedenfalls zu bedauern, daß das kühne Wagniß nicht von besserem Erfolg gekrönt war. Walcott, das ist der Name des Reisenden, hält die Höhlung nicht für einen ursprünglichen Quell oder Brunnen; die künstlichen Vertiefungen und Kammern scheinen ihm dagegen zu sprechen; eher noch gleiche sie den Felsengräbern außerhalb der Stadt — eine Vermuthung, deren Irrigkeit in die Augen springt, wenn man sich erinnert, baß wir uns in dem Herzen von Jerusalem, kaum 185 Schritte von der Tempelarea bcfinden. Nun mußten die Gräber aber nicht nur von Jerusalem, sondern von jeder Stadt mindestens 50 Ellen entfernt sein.*) Man müßte denn annehmen, diese datirten erst aus den Zeiten nach der ’) Baba bathra 25, a.

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