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Jeschurun · 1859-02-01 · Heft 5 (Februar 1859) · p. 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 5 (Februar 1859)
Article
Dr. Barclay: "Die Stadt des großen Königs" [Rezension]
Date
1859-02-01
Page
254 (sequence 5)
Language
German
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254 Jerusalem unter der Erde. ltcherweise ward ihre Gewtssenhaftigkelt nicht auf die Probe gestellt; er kam davon und konnte erzählen wie er es unten gesunden; eine kurze Skizze seiner Erzählung möge hier folgen. Die Oeffnung ist beim Eingang nicht ganz zwei Quadratfuß groß, aber wenige Fuß tiefer erweitert sie sich bis zu 12 m-Fuß, und ist augenschetnlich in den Felsen gehauen. Sein erstes Abenteuer aus dieser Luftretse war, daß er unter den ledernen Schlauch kam, der als Gegengewicht an das andere Ende des Taues befestigt war. Dieser mußte wohl schadhaft sein, wenigstens strömte es aus einem Dutzend Oeffnungen und so befand er sich für den Rest seiner Reise unter einem kalten Sturzbade und konnte nur mit Mühe sein Licht außerhalb desselben halten. Der Brunnen war 82'/, Fuß tief, das Wasser unglfähr 4Vz Fuß. Als er Grund fand, wurde die Bewegung des Seiles, bevor er festen Fuß fassen konnte, so heftig, daß die Kerze, verlöschte — er befand sich in der tiefsten Ftnsterniß. Bei seinem Hinabfahren hatte er in den Seitenwänden vier einander gerade gegenüber liegende gewölbte Vertiefungen bemerkt, und etwas niedriger, 6 Fuß über dem Wasser, einen Thorweg, der zu einem gewölbten Gemache führte. Dieses suchte er jetzt wieder zu erreichen und hier rüstete er sich zur Weiterreise. Die Retbhölzchen waren trocken, und so erhellten denn bald neue Kerzen die Dunkelheit. Die in den Felsen gehöhlte Kammer, in der er sich befand, war nur 3—4 Fuß hoch, 15 Fuß lang und 10 Fuß breit; ihre Anlage schien in keiner Beziehung zu dem Wasser zu stehen. Gerade dieser Kammer gegenüber entdeckte er einen Gang, welcher den Wasserkanal bildete. Er hatte die Vorsicht gebraucht, sich mit einem Life- Preserver zu versehen, der ihm bald sehr zu Statten kam. Er stieg nun in das Wasser hinab, trat in den Gang ein und kam bald an "einer andern Vertiefung im Felsen vorbei, deren Natur er aber nicht bestimmen konnte. Der Gang wurde von da an zwei bis drei Fuß breit und ungefähr fünf Fuß hoch, mit in die Quere, jedoch sehr unregelmäßig, gelegten Steinen bedeckt; an manchen Stellen stieß er auf Bruchstücke von polirten Marmorsäulen, und einmal war das Ende einer Granitsäule schräg in den Gang gesunken. Der Boden des Kanals war nicht flach sondern ausgehöhlt, sein Weg nicht gerade, wenngleich die Richtung im Allgemeinen sich gleich blieb; die Anlage des Ganzen brachte namentlich durch die Uneben-

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