Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1859)
- Article
- Einige Worte über die jüdischen Religionsschulen in Deutschland
- Date
- 1859-02-01
- Page
- 239 (sequence 3)
- Language
- German
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I Einige Worte über die jüd. Religionsschulen in Deutschland« 239 1 | dann den Kindern zum Auswendiglernen in die Hände zu geben. E Während das Kind sich abmüht und quält, ruhen sie sanft in dem Bewußtsein, Religion unterrichtet zu haben. Das Kind soll aber die ׳ Religion nicht zur Gcdächtnißsondern zur Herzenssache machen; : es muß fühlen, daß es sich nicht um ein Kennen und Wissen, son- I dcrn um Verstehen und Erfassen handle; daß eine Religtonsstunde j nicht einer der französischen Lektüre gleiche, in welcher der Herr Lehrer j wortgetreu das Diktat absragt und keine Aendernng duldet. Und! zu einem solch köpf- und gefühllosen Herleiern ist gar häufig der Religionsunterricht geworden! Wort für Wort wird das Buch, das } ein Prediger, Rabbiner oder Reltgionslehrer in seinen schönsten j Mußestunden zusammengeschriebcn, hergesagt; Nichts darf verändert j werden, soll nicht die Strafe der bösen That auf dem Fuße folgen, und wehe dem armen Kinde, wenn seinem schwachen Gedächtnisse ein Satz dieser Religion entfallen. Es könnte den ganzen Zorn des wackern Lehrers heraufbeschwören, und in einer Fluth von Worten der betrübten Seele Klagen über Kälte gegen den hochwichtigen d Religionsunterricht entströmen, Vorwürfe über Nachlässigkeit, über leichtfertigen Sinn, der jedem Unterrichtszweig mehr Aufmerksamkeit zuwcnde, als dem nothwendigsten, ernstesten — der Religion. — Diej ses Alles unterbleibt jedoch, wenn der Lehrer nicht mit Worten um J sich wirft, sondern dem Kinde die Heiligkeit und Bedeutung der Lchj reu klar und deutlich vor die Augen führt; wenn sie zuerst auf die 1 Tafel des Herzens geschrieben, ehe sie dem Papier überantwortet j werden; wenn wir zuerst וזורה lehren, ehe wir Religion unterrichten; | wenn wir — sollen und müssen Religionsstunden im Stundenpläne j aufgeführt sein — in ihnen die Lehren, die beim UeberseHen der f heiligen Schrift, der Gebete, beim Unterricht in der biblischen Geschichte erläutert sind, nur zurückrufen und im Zusammenhänge gebcn- Diese Art und Weise wird jedoch Eines gegen sich haben; cs g, läßt sich nicht auf allgemeinen Sentenzen und Reden herumreiten; \ das ״ konfessionelle", das ״Ceremonielle" besonders kann nicht verdrängt i werden, es wird im Gcgentheil in den Vordergrund treten. Das;ij mag eine Verlegenheit für den Reltgionslehrer sein, der dadurch in j-| Konflikt mit der christlichen Schule, mit den Eltern und mit sich gj selbst zu gerathen fürchtet; unser Wunsch und der aller Ernstdcugj kenden ist aber nur darauf gerichtet, unsere Kinder nicht in schönen,