Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1859)
- Article
- Einige Worte über die jüdischen Religionsschulen in Deutschland
- Date
- 1859-02-01
- Page
- 238 (sequence 2)
- Language
- German
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238 Einige Worte über die jüd. ReligionSsihvlen in Deutschland. von Religtonsschulen zu erwarten haben, ist wohlNtemandem unbekannt. Kaum wird Jemand noch ernstlich glauben, daß diese Religions-Stunden, welche die Menge der Untcrrichtsgegenstände übrig lassen, die zur ungelegensten Zeit, zur Zeit der Ermattung und Erschlaffung der Kinder fallen, daß diese Stunden geeignet seien, die zarten Herzen zu erwärmen, die Geister zu erleuchten,Gesetzestreue und rechte Erkenntniß zu pflanzen. Schon ist es in allen Kreisen gleich laut anerkannt, daß uns vor Allem gute Realschulen noth thun, und daß nur ste im Stande sind, den sich unaufhörlich erweiternden Strom des Jndifferentismus und der Halbheit und Hohlheit zu dämmen, wenn er zu dämmen ist. Wir wollten jedoch nicht dieses besprechen, nicht die Verantwortung der Männer hier näher berühren, die, berufen sich in den Bruch zu stellen und den Kampf für den Herrn aufzunehmen, lässig die Hände in den Schooß legen und Ruhe und Gemächlichkeit vorziehen; wir wollen es nur tief beklagen, wenn sie diese schwere Schuld dadurch noch mehren und vergrößern, daß ste die Religionsschule nicht bedenken und sie, vielleicht weil sie nur Religionöschnle ist, sinken und fallen lassen. Eine Realschule zu gründen ist nicht immer und nicht überall möglich; eine Religtonsschule sorgsam zu Pflegen und zu heben ist eine Forderung, die uns nicht über die Grenzen der Billigkeit hinaus zu liegen scheint. Was bedingt nun zuvörderst das Gedeihen einer Religtonsschule? Ohne auf erschöpfende Erörterung einzugehen, wollen wir nur in diesem Artikel aus einige Momente, ohne die kein kräftiges Wirken denkbar, Hinweisen. Jeder Vorsteher einer Religionsschule, jeder Vater, dessen Kind den Unterricht genießt, hat zuerst darauf zu sehen, daß der Religionsunterricht ausschließlich jüdisch sei. Um dieses zu erreichen, muß chas Studium der nun ernster und gewissenhafter betrieben werden, als es in manchen Städten der Fall ist. Nicht genügen jene Katechismen und Religionsbücher, die nur auf der Oberfläche schwimmen, ohne tiefer in den Geist eiuzudringen, die, nachdem sie Moral zur Genüge gepredigt, dem Ganzen durch Belege aus ת׳ג׳ך einen jüdischen Anstrich geben wollen, die von מצות עשה und לא תעשה nur hinweisend flüchtig sprechen, das spccifisch Jüdische gar nicht oder nur unmerklich hervorheben. Sie sind imr die willkommenen Hülfsmittcl träger, gewissenloser Lehrer, für die es in der That am Leichtesten ist, diese Noten mit einigen allgemeinen Phrasen zu begleiten und