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Jeschurun · 1859-01-01 · Heft 4 (Januar 1859) · p. 195

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 4 (Januar 1859)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1859-01-01
Page
195 (sequence 15)
Language
German
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Y. Ziezith. 195 Sprossen und Blüthen sollen sie euch werden, sollen euch zu eurem Sprossen und Blühen, zu eurer Entwickelung und Vollendung verhelfen; denn וזכרתם ועשיתם,וראיתם אותו, denn ihr Anblick soll eureu Geist zur Erkenntniß und euren Willen zu Erfüllung eurer Bestimmung führen, der Bestimmung, deren Inhalt euer Kleid dokumeniirt. Und nun siehe diese Gewandsprossen an. Obgleich das göttliche Gesetz an dein Gewand sie knüpfen und fest knüpfen lehrt, קשר עליון ראורי', so sind sie doch eben nichts anderes als Fäden, als Gewandfäden, als Fäden derselben Art, aus welchen dein menschlich Gewand gewebt ist: הכנף מין כנף; denn nichts Fremdartiges ist dies Gesetz, das seine Zeichcu dem Gewände bringt; es will ja eben nichts anderes als ציצת, als eben dein Menschenwesen zur höchsten Stufe der Vollendung entwickeln. Es will nichts, was nicht bereits in deiner ursprünglichen Menschenbestimmnng vorbereitet liegt. Seine ganze Erfüllung läßt dich nichts anderes als Mensch sein, aber Mensch in seiner höchsten Blüthe, Mensch in höchster Potenz. Aber sie sind 4. גריל und ענף! sie sind gebunden und frei, und zwar erst g e b u n d e n und dann frei, erst ein durch Ueber-Windcn gebundener Bund und dann frei heraus wallen de Sprossen, und aus dem Bunde selbst sprossen die freien Fäden hervor!צריך לפרודה כצוציתא דארמא!עשה גדיל ופותלייהו מתוכו Sagt nicht die einfache, ihre Beschaffenheit ansdrückende Beschretbring schon Alles, was diese symbolische Fäden zu sagen haben? Zur Entwickelung und Blüthe sollen alle die im Menschenwesen liegenden Keime und Kräfte gelangen; aber nicht regellos und wild; waS ציצת werden will, muss erst גריל geworden fein; was sich frei cntwtckelrr soll, muH sich erst in das מומר, in das ממורת הכרית, muß sich erst in das Band fügen, das alle hinausdringenden Kräfte überwindend umschließt — und eben durch dieses Fügen erst der höchsten Freiheit thcilhastig werden. Denn sehen wir doch nur rnrsern symbolischen Sprossenbnnd an.

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