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Jeschurun · 1859-01-01 · Heft 4 (Januar 1859) · p. 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 4 (Januar 1859)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1859-01-01
Page
196 (sequence 16)
Language
German
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196 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. — Nicht ״Ueberwundensein", ״Selbstüberwindung" predigen seine Fäden! Es ist kein fremdes, äußeres Band, das diese dem Menschengewand entsprossenden Fäden bindet. חוט של כרך עולה מן המנין , der überwindende Faden ist selbst einer der dem Menschengewande entsprossenden Fäden, die überwindende Kraft ist selbst eine dem Menschenwesen ureigen entstammende Kraft, ist eben die Kraft freier Selbstbestimmung, die erst den Menschen zum Menschen macht, und somit ist es der Mensch, der sich selbst überwinden, der sich selber mit allen seinen Kräften in die höhere Ordnung fügen soll, und ועיסת״! Bindet euch selber, wenn ihr frei werden wollt!" ist die große Predigt dieser Fadenschnüre. Und nun sehen wir erst noch einmal unsern symbolischen Sprossenbnnd an! גדיל und ענף) ציצת) Gebundenheit und Freiheit, Beschränkung und Entfaltung, Negation und Position, Verbot und Gebot predigen diese Faden-Schnüre, und entsprechen darin ganz dem Gedanken, den sie uns ins Herz reden sollen. לא ההורו! ruft uns גדיל $u, למען תזכרו ועשיתם! fügt ענף ergänzend hinzu, und lehrt uns erst recht dieses "״למען verstehen. Kein Faden, kein Keim, keine Kraft wird unterbunden und unterdrückt. Jedes kommt zur freien Entfaltung, wird nur im Bande des Bundes überwunden, um dann, innerhalb dieses Bundes und von ihm getragen, um so freier und ebenbürtiger gttr Verwirklichung zu gelangen. Die Verbote — לא תתורו — bringen das Göttliche im Menschen zur Herrschaft, und die Gebote — ועשיתם — lehren es die Ziele, in deren Verwirklichung alle seine Kräfte zum eigentlichen berechtigten Dasein gelangen. Durch Unterordnung unter das göttliche Verbot gelangt der Mensch erst zur wahren Herrschaft über sich selbst; die Erfüllung der Gebote macht ihn feiner selbst und seiner Anlagen und Kräfte froh,indem er sie freudig im ' Dienste Gottes verwendet und erst in diesem Dienste sich seiner selbst und feiner Bestimmung selig bewußt wird. Ist die Frucht des Negativen nicht Beschränkung, sondern Herrschaft, so ist die Frucht des Positiven nicht Zwang sondern Freude,פקודי ד׳ ישרים משמחי לב . Und der Freiheit ist mehr denn der Gebundenheit, der Entfaltung mehr denn der Beschränkung, ,גויי תכלת שליש גריל ושגי שלישי עגף des Erlaubten in jedem Keise ist mehr denn des Verbotenen! Der

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