Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1859)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-01-01
- Page
- 193 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Y. Ztezith. 193 der Erde. Was ihre Sinne reizt, was ihren Gaumen vergnügt, was ihrem sinnlichen Wesen Genuß verspricht, das ist für sie da, das ist ihnen gut; und was sie nicht genießen sollen, das hat auch keinen Reiz für sie, daran gehen sie unangeregt vorüber. Keine Stimme aus der Hohe braucht ihnen zu sagen, was gut oder böse sei. Ihr Auge, ihr Herz genügt, sie wissen so gut wie Gott, was gut ist und bös und brauchen sich nichts zu versagen; denn es ist ja eben Gottes Stimme, die durch Auge und Herz zu ihnen spricht. Und bei dem Menschen wäre dies anders? Dem Menschen dürfte der Gaumen, dürfte das Auge, dürfte selbst der Verstand sagen, dies ist gut für dich — und er müßte es doch nach einem höher» Diktat als nicht gut meiden?! Nein, nein! zischelte die Schlange um den Baum, pw והייתם כאלרים יודעי טוב, seid doch Gott gleich in der Erkenntniß des Guten und Bösen! Versuches nur einmal- ונפקחו עיניכם, so werden euch die Augen aufgehen; ihr werdet sehen wie gut das ist, was Gott verboten und werdet fortan Gott gleich selber wissen was gut ist und bös! Das war die Geschichte und ihr Produkt war — das Kleid, das ( inztge was die Menschheit aus dem Paradies hinausgerettet, und wenn das Kleid sprechen könnte, da ließe sich das, was das Kleid, was ein jeder Gewandfaden uns zu sagen hätte, in andere, bessere, entsprechendere Worte fassen, als: וראיתם אחו וזכרתם אח כל מצות ר' ועשיתם אתם ולא ״ תתורו אחדי לבבכם ואחרי עיניכם אשר אתם זונים אחריהםSehet ״mich an und denket an jedes Gottes-Gebot und ersül- ״let es und urtheilt nicht nach eurem Herzen und nach ״euren Augen, denen folgend ihr Gott untreu werdet?!" .3 ציצת Haben uns unsere bisherigen Betrachtungen nicht irre geführt, so wäre schon, wenigstens hinsichtlich des negativen Theils desselben, das menschliche, Scham verhüllende, Leib deckende Gewand an sich der beredteste Prediger des Ziezith-Gedankens, und ein Symbol, das uns an die sittliche Bestimmung des Mensche», an Gottes Gebot, an die Beherrschung der Sinnlichkeit erinnern und vor der entge-