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Jeschurun · 1859-01-01 · Heft 4 (Januar 1859) · p. 189

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 4 (Januar 1859)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1859-01-01
Page
189 (sequence 9)
Language
German
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V. Ziezith. 189 2. Das Kleid. Mahnung an unfern Berus als Mensch und Jude und an die von diesem Berufe geforderte Beherrschung und Unterordnung unseres sinnlichen Meinens und Wollens unter das ganze göttliche Gesetz ist somit die ausgesprochene Bestimmung dieser symbolischen Fadenschnüre an Mitfenn Gewände. Indem Gott Fäden, somit Gewandstoffe, zum Ertnnerunaszeicheu an sein Gesetz wählte und dieses Zeichen an unser Gewand zu knüpfen hiesi, so liegt zuerst die Frage nahe: steht vielleicht das Gewand schon an sich in irgend einer solchen Beziehung zum göttlichen Gesetz überhaupt und zu der uns mit demselben ertheilten sittlichen Aufgabe insbesondere, daß eben das Gewand und seine Stoffe sich'- für ein solches Symbol am entsprechendsten darboten? Die Lösung dieser Frage haben wir zuerst zu versuchen. Wie wir im göttlichen Gesetze Kleidern, und zwar nach Stoff und Farbe ganz specialistrten Kleidern, so sehr als Bezeichnung eines bestimmten Berufs begegnen, daß z. B. für den Opferdicnst nur in bestimmten Kleidern der Priester als Priester dasteht, so finden wir auch überhaupt בגד, das Kleid, noch mehr בוש*?, bekleidet sein, im heiligen Schrtftthum als sehr gewöhnlichen Ausdruck der Aneignung eines bestimmten Charakters. Mit Hoheit, mit Macht, mit Majestät und Herrlichkeit hat sich Gott bekleidet: 'גאות לבש ,לבש ד עת ,הוד והדר לבשת, — Er zieht das Kleid der Rache an zum Gewand und «bekleidet sich mit Milde wie mit einem Panzer: וילבש בגדי נקם חלבשח וילבש צדקה כשריון, — Priester bekleidet er mit Heil, Priester bekleiden sich mit Gerecktigkeit: כחניך ילבשו צדק ,בחניה אלביש ישע, — Hiob kleidet sich in Gerechtigkeit und die Gerechtigkeit kleidet sich in ihn: צדק לבשתי וילבשני, (Hiob suchte den Ausdruck seiner Persönlichkeit in Gerechtigkeit und die Gerechtigkeit fand ihre Personificirung in ihm. Oder wenn man will: er war תוכו כברו, die Gerechtigkeit lebte so in seinem Innern, wie sie das Gepräge seiner äußern Handlungen war.), — aber auch ״mit Fluch umkleidet sich Einer, als wäre es sein angemessenes Kleid" : וילבש קללת בתרו und ״dieFeinde des Gerechten kleiden sich in Schande": שונאיך ילבשו בשת — in allen diesen Stellen bezeichnet ״Kleid" und ״sich bekleiden" die innige Aneigung eines bestimmten Charakters, in welchem die Per- 14

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