Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1859)
- Article
- Teweth
- Date
- 1859-01-01
- Page
- 175 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der zehnte Temth. 175 danken des innern und der That des äußern Lebens nichts zu schassen haben, mit denen das Leben sich nicht zu vermählen, in welche das Leben nicht aufzngebcn und von denen es »tcht auszugehcn, sondern die das Leben nur zu fürchten und durch Hinopferung der Tempelmiitute und der Tempelgabe ihnen das ganze übrige Leben und alle übrigen Güter und Kräfte zur selbstetgenen Verwendung und Vcrwaltung abzukaufen habe. Eine Versicherungsanstalt ward ihnen Tempel u!rd Gottesdienst, man zahlte die Prämie, um sich für die Fahrt nach eigenem Compaß auf dem stürmischen Meere der Zeiten gegen Unfälle und Schtffbruch sicher zu stellen. Darm» zürnte schon 150 Jahre zuvor Gott durch Jesaias Mund einer solchen sich vorbereitenden heidnischen Umwandlung des jüdischen Gottes- und Tempel- Gedankens, zürnte, weil man Gott in den Tempel bannte und das Leben vom Tempel klüftete, und wies aus den Himmel und die Erde, als den Thron seiner Herrschaft und den Boden seiner Waltung hin, die sich nicht in ein Haus und in das Arkanum eines Tempels einschränken lassen, die Alles in Allem und mit Allen! zu seinen! Dienste sorder!!, was seine Hand geschaffen, und die ganz allein nur dem nahe sind, nicht der die reichsten Tempel baut, nicht der die reichsten Opfer bringt, nicht der die ״schönsten" ״Andachtstunden" feiert, sondern der, unbekümmert um den großen oder geringen Antheil an Gütern und Freuden, der ihm wird, arm und leidend, nur die eine Sorge kennt: um die Erfüllung des göttlichen Worts! Wenn man jedoch i m Tempel seine Thatkraft als Stier opfert, draußen aber mit seiner Kraft einen Schlag ans Menschen führt, im Tempelopfer als Lamm erscheint, draußen aber den Hund an Wildheit übertrtfft, im Tempel sein Spetöopser weiht, draußen aber Schweineblut verspeist, i m Tempel Gott Weihrauch streut, draußen aber dem Egoismus huldigt, — wenn auch sie, die Tempelbesuchenden und Opfernden, an dem Wandel ihrer Wahl festhalten und an allen! sie und Gott Entwürdigenden ihr Gemüth hangen lassen: dann geht Gott in ihre Systeme ein, dann bringt er ihnen was sie gefürchtet und wovor sie im Tempel Rettung gesucht, ״weil er gerufen und sie nicht geantwortet, weil er gesprochen und sie nicht gehört, weil sie das in seinen Augen Böse geübt und was nicht sein Wille gewesen gewählt!" Daun bricht aus der Stadt, dann bricht aus dem -Tempel das Unglück hervor, ״es ist Gottes Stimme, der seinen Fein- 13*