Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Moses' "Schriftstellerthum"
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 162 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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162 MoicS' ״Schriststellerthum". tet werden, und erscheint es um der Sache willen als heilige Pflicht, die Nichtigkeit seines Beweises darzuthun. Da Herr L. die Worte des Talmud, daß Moscheh die im Den» teronominm enthaltenen Flüche von selbst ausgesprochen hat, (אמרן) als Beweis für ״Mose's Schriftstellerthum" betrachtet, scheint er von der Meinung auszugehen, daß sämmtliche Personen, die in der Thora redend eingesührt werden, darum als Schriftsteller zu betrachten seien. Nach dieser Anschauung müßten, obgleich die קללות שב״מח nach Tosaphoth zu Megilla 31 b. von Moscheh ברוח הקדש aiisgesprochen wurden, auch Adam und Kajin, Lemech und Noah, Elicser und Laban mit demselben Rechte zu den an der Thora ihren Antheil habenden Schriftstellern gerechnet werden; denn ist einmal das Princip ausgestellt, daß derjenige, dessen Reden in der Thora aufbewahrt sind, darum als' Schriftsteller zu betrachten ist, so kann es nicht auf das Quantum der angeführten Worte, und auch nicht auf die Frage, von wem dieselben ausgingen, aukommen, sondern müßten sämmtliche Personen, deren Acnßerungen in der Thora niedergelegt sind, zu den Schriftstellern gezählt werden, und wären im Pentateuch mehr als fünfzig Schriftsteller und Schriftstellerinnen namhaft gemacht. Bei dieser Annahme hätte aber Herr L. zum Aufrechthalten seiner Behauptling durchaus nicht des Talmud bedurft, sondern hätte er schon aus der Thora seinen geistreichen Beweis deduziren können, da in der Thora Worte aufbewahrt sind, an dercn Inhalt jedes Kind erkennen muß, daß sie von Moscheh zuerst ausgesprochen wurden, wie z. B. 2. B. M. 3,-3; 5. 22, 23; 4. B. M. 11, 11—15; 14, 13—19 u. a. m. Indessen sind diese leicht zu vermehrenden Beispiele eben so wenig als die erwähnten Talmudstellen in Megilla 31 b. und Baba bathra 88 b. auch nur der geringste Beweis für Herrn L>; wenn auch die Thora manche Worte enthält, die Moscheh ursprünglich מפי עצמו ausgesprochen hat (אמרן) , io sind jene Worte doch keineswegs von Moscheh מפי geschrieben worden, sondern geschrieben wurden sie einzig und allein מפי הגבורה, einzig und allein im göttlichen Aufträge. Handelt es sich aber um die Bezeichnung als ״Schriftsteller", so kommt es nicht auf das Aussprechen, sondern aus das Niederschreiben an; es ist daher Moscheh auch hinsichtlich der von ihm ausgesprochenen, in der Thora aufbewahrten Worte nicht als ״Schriftsteller", sondern,