Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Moses' "Schriftstellerthum"
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 161 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932867-2942998--04220-2943086- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Moses' ״Schriftstellerthum". 161 zeichnungen zu ersuchen, wodurch vielleicht Herr Low iu Verlegenheit kommen könnte, obschon die Fähigkeit ״korrekt und verständlich" zu schreiben, seiner eigenen Versicherung gemäß, der erste der ״nicht zu verschmähenden Vortheile" (!) ist, die er besitzt, und mit deren Aufzählung er sein Publikum (Ben-Chan. S. 473) zu amüsiren für gut findet. Da aber in dem vorliegenden Artikel die verletzte Eitelkeit des Herrn 8. jenen Ausdruck wenigstens einigermaßen erläutert, und mit Sicherheit erkennen läßt, wen er damit im Auge hat: so wäre es überflüssig, ihn mit der Bitte um eine derartige Erörterung in seinen historischen Studien zu stören, und wollen wir nur, selbst aus die Gefahr hin, uns in den Augen des Herrn L. nochmals ״sehr arg zu compromittiren", über seinen gegenwärtigen Beweis für ״Moses' Schriftstellerthum" uns einige Bemerkungen erlauben. Jedenfalls gehört dieses Argument, das Herr L. in seiner Zeitschrift mit so vielem Behagen der Oeffentlichkeit übergiebt, zu seinen neuesten Entdeckungen; denn da er es in der Antikritik, die er in den Archives israelites (Jahrgang 1856) gegen meine Rezension erscheinen ließ, noch nicht anführte, und sich dort mir anderen, wo möglich noch lächerlicheren Gründen begnügte, erscheint es unzweifel- Haft, daß selbst er vor zwei Jahren von jenem Beweise für ״Moses' Schriftstellertbum" noch nichts wußte; da also Herr L. noch nicht als Rabbiner sondern erst als Redakteur auf jenen Beweis kam, war er nicht berechtigt, die von ihm willkürlich vermuthete Unkenntniß jener Stelle als ״eine für Rabbinen nicht sehr rühmliche Unwissenheit" zu bezeichnen. Indessen, hierüber will ich mit Herrn 8, kein Wort verlieren; ich würde mich vor mir selbst schämen, daS Maß seines talmudischen Wissens als für einen Rabbiner genü« gend zu betrachten, würde mich vor mir selbst schämen, sein Urthctl über rabbinisches Wissen irgend einer Beachtung Werth zu halten, und darum würde ich, wenn Herr 8. sich auf bloße Schmähungen beschränkt hätte, nicht mit einer Sylbc darauf geantwortet haben. Herr 8. hat schon zu deutlich gezeigt, wie bereitwillig seine Feder im Dienste der 8üge ist, als daß eine von ihm ausgehende Aeußerung in irgend einer Beziehung verletzen könnte. Nachdem er aber seine Meinung von ״Mosc's Schrifistellerthum" ans dem Talmud zu beweisen versucht, müßte das Schweigen als Unrecht betrach-