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Jeschurun · 1858-12-01 · Heft 3 (Dezember 1858) · p. 157

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 3 (Dezember 1858)
Article
Nach Jerusalem! [Rezension]
Date
1858-12-01
Page
157 (sequence 6)
Language
German
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von׳ Ludw. Aug. Frankl. 157 Unterstützung Nothletdender, welcher Herr Frankl durch seine Schrift einen so argen Stoß zu versetzen bemüht ist, bemerkt werden, daß die palästinensische Sendbotenschaft, auf welche die׳ dortigen Nothleidenden früher hingewtesen waren, bereits seit langer Zeit fast ganzbescitigt ist, und ist dies namentlich bas sehr anzuerkennende Verdienst des Comit6's zu Amsterdam, daß bereits seit Jahren die Unterstützungsgelder durch seine Vermittelung auf geschäftlichem Wege Übermacht,und dadurch jedenfalls die Summen erspart werden und der zu steuernden Noth zu gute kommen, die früher durch die nothwendigen Reisekosten absorbirt wurden. D. 9icb.] Herr Frankl meint unter Anderm auch, der Vergleich, der zuweilen zwischen den Juden und Mönchen in Jerusalem angestellt werde, sei nicht zutreffend, da die Mönche doch in demüthiger Frömmigkeit Gebet und Entsagung üben, dabei taufen, trauen und Sterbenden beistehen; sie seien Lehrer, Aerzte, Apotheker und Handwerker. Die Juden natürlich sind nach Herrn Frankl verwahrloste Müssiggänger. Diese Ansicht ehrt allerdings den Begründer einer jüdischen Lehranstalt in Jerusalem ganz außerordentlich. Es ist das Erstemal sicherlich, daß einem Juden gegenüber ausgesprochen werden muß — der Jude habe den Vergleich mit dem Mönchen nicht zu scheuen. Man sollte wahrlich nach dieser Retsebeschreibung meinen, die Juden würden in Jerusalem nicht beschnitten und getraut und ihrem Sterbebette nahte sich nicht die Hülfe des Glaubensbrudcrs; man sollte glauben, das Studium des jüdischen Gesetzes wäre eitel Müssigang, das Beten des Rosenkranzes hingegen, das Lesen der Messe verdienstvolle Arbeit! Zum Glücke aber berichtet uns aber Herr Frankl selber von jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten, jüdischen Handwerkern und Aerzten! Unser Reisender scheint sich in der That in seinem ganzen Buche außerordentlich viel Mühe zu geben, mit den christlichen Geistlichen zu liebäugeln, sei es auch aus Kosten seiner eigenen Stammesbrüder, sei es auch aus.Kosten der Wahrheit, sei es auch in so plumper Weise wie hier. Auch die Ansiedlung in Jerusalem möchte er möglichst erschweren. Die europäischen Regierungen sollen derselben Einhalt thun. Ueberhaupt will er die Angelegenheiten der Juden von ihnen gemaßregelt wissen und zwar ersteht er sich Oesterreich als ganz besonders geeignet aus, seinen starken Arm dazu Herzulethen. Ob Herr

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