Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Nach Jerusalem! [Rezension]
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 158 (sequence 7)
- Language
- German
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158 ״Nach Jerusalem!" Frankl vielleicht Oesterreich deßwegen hierzu vornehmlich qualtfizirt hält, weil auf seinem Boden Jahrhunderte lang bis in die Gegenwart nur Zurücksetzung den Juden blühte, oder weil das neueste Concordat mit Rom, oder die allerneuesteu Judenbeschränkungen so beruhtgende Garantieen den Juden bieten, daß österreichische Indengesetze auch andere Länder beglücken sollen — das möchten wir gelegentlich denn doch von ihm erfahren. Wie er uns auch mittheilen wolle, ob es den geläuterten Begriffen von Recht und Gesetz entspricht, die Freiheit des Einzelnen auch im Wohlthun zu beschränken und die Regierungsgewalt auch in die innere Verwaltung der Gemeinde und in die Verthetlung der Almosen zu tragen? Was seine sonstigen Rathschläge zur Verbesserung der jüdischen Verhältnisse in Palästina anbetrifft, so überlassen wir es ebenfalls Kundigern dieselben zu prüfen. Herr Frankl will das Räthsel, daß er der Erste sei, der so über Jerusalem schreibt, durch Aufstellung der Parallele: Montestore schweigt in edlem Schmerze, Albert Cohn spricht in frommer Begeisterung, er aber schreibt in hoffnungsloser Wahrheitsliebe, lösen. Von seiner Wahrheitsliebe haben wir uns wie gesagt gerade nicht allzusehr überzeugen können; daß aber sein Schreiben hoffnungslos sei, das wünschen wir aus vollem Herzen. Möge dasselbe in seiner ganzen Gehässigkeit und Hohlheit überall anerkannt werden und den entgegengesetzten Erfolg haben, den es beabsichtigt: die Inden in Palästina in den Augen der Welt zu beschimpfen. Wir glaubten eben in dieser Gehässigkeit eine wett zutreffendere Lösung des Räthsels zu finden. Wir müssen darauf verzichten das Buch des Herrn Frankl weiter durchzublättern; der uns vergönnte Raum ist schon überfüllt, und wir glauben der Leser hat gleich uns genug daran. Wir können deßhalb unsern Reisenden auch nicht nach dem Ällerheiligsten begleiten, wohin er sich an einem Sabbath. während der Synagoge um von keinem Juden gesehen zu werden begab, und ihn fragen, wer ihm denn vorgelogen, daß Rabbi Aktba ebenfalls im Ällerheiligsten gewesen? Wir legen das Buch bei Sette und wissen in der Thai nicht, was wir mehr bewundern sollen, die Arroganz und Eitelkeit, die sich in jeder Zeile auödrückt, oder die Gehässigkeit, die sich überall kund giebt; die Amnaßung, mit solchen Gesinnungen und Prtncipten ein I i«1 j nt! be B v> u