Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Nach Jerusalem! [Rezension]
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 155 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»yn Ludw. A»g. Frankl. 15S zelnen vorauszusetzeu sei, aber nicht umgekehrt, und kann uns diesen umgekehrten Schluß doch unmöglich auszwiugen. Leider aber scheint durch seine ganze Schilderung die üble Absicht deutlich durch, und es gehört wahrlich kein allzugroßer Scharfblick dazu, dieselbe zu erkennen. Uns liegt hier nur sein Buch vor und wir sind deßhnlb freilich nicht im Stande, ihn der Derläumdüng zu überführen, wie wir ihm Heuchelei nachgewiesen haben; aber daß diese ganze Schilderung Wahrheit sei, dagegen wagen wir einige bescheidene Zweifel zu hegen. Den B eweis dafür müssen wir Anderen überlassen, die mit den dortigen Verhältnissen selbst genauer vertraut stnd. Um aber die Art und Weise dieser angeblichen Thatsachen kennen zu lernen, wollen wir hier nur eine hervorheben. Herr Frankl möchte gerne in strenger Befolgung des Gesetzes: ״Du sollst keine Rache üben", die Juden in Jerusalem die Oppositton, die sie gegen ihn erhoben, recht nachdrücklich entgelten lassen, möchte ihnen recht eindringlich beweisen, daß man nicht ungestraft die Segnungen einer aus »»jüdischen Händen gebotenen Schule verschmäht, daß man nicht ungeahndet sich an seiner geheiligten Person vergreist. Was wäre da wirksamer, als wenn ihnen die Quellen ihrer Existenz verstopft würden, als wenn der Geldsammlung für Jerusalem ein recht empfindlicher Abbruch beigebracht würde? Zu diesem Ende bemüht er sich denn auch angelegentlichst die Sendbotenschaft ans Jerusalem in möglichsten Verruf zu bringen. Er schreibt: ״Mit welcher Ehrfurcht begrüßen wir ihn, wenn ein Scheltach, ein Sendbote ans Palästina in unsere Stube tritt, um Almosen für die armen Glaubensgenossen in Jerusalem zu sammeln? Haftet nicht noch der Staub der heiligen Erde an seinem Kleide? Sein Auge weilt und weint über den Trümmern des Tempels und dann sich losreißend aus dem Kreise seiner Familie, zieht er fort und gicbt sich den Stürmen des Meeres und den Gefahren der Landreise preis. Er erzählt uns von den Schmachtenden und Hungernden in Jerusalem, die für lins weinen und beten." ״Wie aber, wenn dieses Sendbotengehen ein ganz einfaches Geschäft ist, das dem Manne selbst den größten Theil dessen zuwendet, was von uns gläubigen Gcmüths allen den Schmachtenden und Hungernden in Jerusalem zugedacht ist?"