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Jeschurun · 1858-12-01 · Heft 3 (Dezember 1858) · p. 136

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Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 3 (Dezember 1858)
Article
Zur jüdischen Schulfrage
Date
1858-12-01
Page
136 (sequence 10)
Language
German
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136 Zur Mschm Schulfrage, jy, Grade der Frische und Lebendigkeit, mit der sie aüfgefäfft Wörden. In der Regel wird die Stärke des einen Moments im entgegcngesetzten Verhältnis zu der des andern stehen; je oster wir eine und dieselbe Sache wiederholen, desto weniger lebhaft und frischwird sie dem Schüler entgegentreten. Was sic an Deutlichkeit gewinnt, verliert sie an Lebendigkeit und Frische, und ist dieser zweite Faktor auf Null gesunken, so Haben wir glücklich den Punkt erreicht, der in der Schule noch mehr als im Salon zu fürchten ist, wir werden — langweilig. Wenn es aber Gegenstände gtebt, bet denen die Deutlichkeit uw diesen Preis zu theuer erkauft wäre, so sind es vor allem diejenigen, die zu den höchsten sittlichen und geistigen Jnteressen des Menschen in innigster Beziehung stehen, deren Kenntniß ganz unnütz ist, wenn sie nicht anerkannt und beherzigt werden. Und doch ist es eben bei diesen von ebenso folgenschwerer Bedeutung, daß sie unverlöschlich ״auf die Tafel des Herzens gegraben" feien! Was ist hier anzufangen? Denn auch der andere Weg, den Schüler aus verschiedene Standpunkte zu führen, von deren jedem er denselben Gegenstand von immer neuen Seiten kennen lernt, genügt für sich allein hier nicht, da uns hier eine jede Seite Unserer Gegenstände interessirt. Wir kennen da nur Einen Weg, der zwar weit aussehend rind, in so fern er das Zusammenwirken verschiedener Kräfte ln dcmselben Sinne erfordert, häustg erst nach Beseitigung größer Schwierigketten einzuschlagen ist: der aber, wo die Verhältnisse ihn gestatten, sicher und in jeder Beziehung entsprechend zum Ziele führt. Dieser Weg heißt: auf den verschiedenen Phasen, die das Kind auf seinem Bildungsgänge durchzumachen hat, ihm dieselbe Wahrheit und denselben Begriff wiederholt vorführen, jedoch in steigender Vertiefung und Verallgemeinerung, resp. Ausdehnung und Anwendung auf eine immer größere Anzahl von Verhältnissen, und zwar so, d'Nß eine jede höhere Stufe stets demWesentlichen nach bereits in der vorhergehenden Präformtet fei und aus der höheren immer nur ein gründlicheres Eingehen, refp. Amplificiren stattfinde — und endlich drittens,'in geeigneten Intervallen. Geeignet sind sie aber, wenn sie nicht so groß sind, daß die gewonnene Wahrheit dem Kinde bereits gänzlich wieder entschwünden, und doch nicht so klein, daß nicht die der höheren Stufe entsprechende Vertiefung und Amplificirung derjenigen Frische und Le-

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