Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 134 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Zur jüdischen Schulftage, IV, Mäßigkeit kommen wir sofort, sic können ja noch immer unser Philippi werden. Unsere Umständlichkeit möge in der hohen Wichtigkeit der Angelegenheit, in der leider noch so viel zu geschehen hat, dis man auch nur erstzu dem Anfänge einer wesentlichen Besserung gelangt sein wird, ihre Entschuldigung finden; wir glauben allerdings nicht besonnen genug Vorgehen zu können. Zweitens aber mochten wir dem Mißvcrständntß von vornherein Vorbeugen, als hielten wir bei Lebensfragen und Kernpunkten wie den unsrigcn eine einmalige Besprechung, etwa in der obersten Klasse, für hinreichend, so daß es z. B. genügte, dort jenes Berhältniß nach dem von uns angedenteten Gange durchgcsprochen zu haben, um ihm vollkommen gerecht geworden zu sein. Wir sind so weit von dieser Meinung entfernt, daß wir ein derartiges Verfahren vielmehr für das eines Baumeisters halten würden, der einen Dachstuhl und Giebel setzen wollte, wo gar kein Gebäude, ja nicht einmal ein Fundament vorhanden. Verständlich freilich, das haben wir gezeigt, ließe es sich machen, auch wenn man nur bei Einer Gelegenheit darauf eingeht. Aber da man stets von den Elementen ausgehen muß, so wird, wenn diese selbst, unähnlich unserem Beispiele, einer ringehenden Erklärung und Verdeutlichung bedürfen, der Weg zum gewünschten Ziele ein wenn auch darum nicht beschwerlicherer, so doch häufig ein sehrlangwicrigersetn. Es wird auch nicht immer leicht sein, eine ganze Kette von ihm ganz neuen Erklärungen und Definitionen in dem Schüler präsent zu erhalten, so daß sie mit ganzer Kraft sämmtlich dem angcstrebten Endpunkte entgegen rcsultiren. Wären aber, im bewußten Hinblick aus die dereinstige, vielleicht erst in einer höheren Klasse vorzunehmende Verwendung, die mehr elementaren Begriffe bereits auf einer früheren Stufe dem Kinde geläufig gemacht worden: so wäre der Weg nicht nur bedeutend abgekürzt, sondern auch eine entschiedene Vertiefung des Verständnisses zu Wege gebracht. Schon aus dieser Rücksicht wäre es in allen Verhältnissen, deren Elemente dem Gedankenkreise des Kindes ferner liegen, mit einer einmaligen, wenn auch noch so gründlichen, Behandlung nicht genug. So macht sich schon hier die Forderung eines stufenweisen, in verschiedenen VorstellungSkretsen (—d. i. für die Schule: Unterrtchtsgegenständen—) sich vollziehenden Fortschreitens auch für unsere Zwecke geltend. — Zu demselben Resultate gelangen wir jedoch auch