Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 133 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ysn Vr. M. Hirsch. 188 1 | er sich der Wahrheit der Thorah, in ihrer Lehre von der ungetrübten Einheit Gottes, nähert. Beide wenden sich von einer Lehre ab, Beide wenden sich einer andern zu. Wie erscheinen vom Standpunkte! des ״orthodoxen" Judenthums die Bewegungen Beider? Die ״Aufj klärung" zeigte als Jrrthnm Jenem eine Wahrheit, Diesem etyen j Jrrthum; die ״Aufklärung" lehrte als Wahrheit Jenem einen Irrj thum, Diesem eine Wahrheit. Die Aufklärung des Juden erschien! als Wahn, insofern sie mit den Wahrheiten der Thorah sich im i Widerspruch befand — kann die Aufklärung des Christen, insofern! sie ihn eben den Wahrheiten dieser Thorah näher bringt, gleichfalls j als Wahn erscheinen? Der Fortschritt des Juden erschien als!Rückschritt, lediglich weil er fortschreitend den Wahrheiten der Thorah den Rücken kehrte — kann der Fortschritt des Christen, der eben damit der Wahrheit dieser von Jenem verschmähten Thorah sein Angesicht zuwendet, gleichfalls als Rückschritt erscheinen? — Alle diese Sätze sind so sonnenklar, daß diese Andeutungen sicherlich genügen, die Möglichkeit darzuthun, sie begreiflich zu machen — selbstverständlich bei entsprechender, didaktisch richtiger Behandlung, in elementarer Ent- Wickelung, von der vollendeten Analyse, aber erst nach deren ganzlichen Vollendung, zur Synthese übergehend, wie wir diesen Weg in der bisher skizzirten Entwickelung angedeutet zu haben glauben. : —Wir fügen dieser Betrachtung nur noch zwei Bemerkungen hinzu. Einmal mochten wir nochmals daran erinnern, daß uns hier bloß die Möglichkeit, derartige unmittelbar in's Leben und in die gegenwärtigste Gegenwart eingreifende Fragen in der Schule zu behandeln, bis jetzt beschäftigt — sonstigen Bedenken hinsichtlich der Zweckmäßigkeit haben wir bereits Ausdruck verliehen und werden weiter unten auf sie einzugehen haben. :Zuvor jedoch war der Nachweis der Möglichkeit zu liefern. Denn was könnte es helfen, wenn wir die Zweckmäßigkeit, ja die Notwendigkeit eines Strebens in dieser Richtung noch so überzeugend darthäten, und man sich nur daraus beschränken dürfte, uns mit dem stereotypen ״Es geht nicht", ״Kinder verstehen das noch nicht", entgegenzutreten, um unser Beginnen als ein unpraktisches und in Ideale Ziele sich verlierendes! in den Augen aller Einsichtsvollen zu diskreditiren. Möge man? deßhalb vorurteilsfrei an die Prüfung der vorliegenden Frage der Möglichkeit gehen; zu den übrigen Bedenken hinsichtlich der Zweck-