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Jeschurun · 1858-12-01 · Heft 3 (Dezember 1858) · p. 132

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Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 3 (Dezember 1858)
Article
Zur jüdischen Schulfrage
Date
1858-12-01
Page
132 (sequence 6)
Language
German
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13I Zur jüdischen ׳! Schulsrage» IV, wohl Niemand wird es bestreiten wollen. Nachdem es sich nun gezeigt, wie das lebendige Gotteswort der Anwendung dieser, das starre Festhalten am tobten Buchstaben der von Menschen beliebten Sachungen ausdrücken sollenden Bezeichnung sich seinem innersten Wesen nach widersetzt, wäre die Aufmerksamkeit wohl ans das äußerst-spinöse Problem zu lenken, ob deßhalb, weil das Judenthum, das von Gott offenbarte, einer Reform unfähig sei, auch Religionen, der Ausdruck menschlichen Bewußtseins und menschlicher Anschauungen, vollkommen wahr und frei von Jrrthümern sein muffen? Wenn nun diese gar sich im offenen Gegensätze zum Judenthume befänden? Insofern andere Lehren mit für alle Menschen gültigen Wahrheiten der uns als Gottes-Wort dastehenden Thora (— denn die Berpslichtungskraft eines Ge- oder Verbotes kann wohl auf einen bestimmten Kreis von Menschen beschränkt sein, nicht aber die Wahrhaftigkeit einer Wahrheit —) sich im Widerspruch befinden: manifestiren sie sich doch für den Juden eo ixsc» als Jrrthümer. Dem ״orthodoxen" Inden erscheint z. B. der ״aufgeklärte" Jude, der den Sabbath entweiht, im Jrrthnm befangen, der ״fortgeschrittene" Jude, der die Spetsegesetze Übertritt, im Rückschritt begriffe». Warum? Weil seine Aufklärung darin besteht, der Thorah Wort, das ihm bisher als Wort Gottes gegolten, jetzt nicht mehr als solches zu betrachten, und weil er bet seinem Fortschreiten dieser selbigen Thorah den Rücken kehrt, sich also mit jedem Schritte weiter von ihr entfernt. Worin besteht jedoch die Aufklärung des *) Christen? Darin, daß *) — wahrhaft aufgeklärten —; auf die Extreme, die mit dem ״Sohne" auch den ״Vater", und demgemäß auch den Glauben an die sittliche Freiheit aufgeben, wird dann auch ,einzugehen sein. Für den Lehrer, der in Wahrh Lt auf dem Standpunkte des ״orthodoxen" Judenthums steht, bietet eine lichtvolle Behandlung dieser Fragen ungleich weniger Schwierigkeit als für jeden Andern. Er vermag stets auf einen sichern Maßstab hinzuweisen, an dem ein jeder Satz zu prüfen ist — die Thorah. Auch bei wenig begabten Schülern wird für einen denkenden Lehrer stets ein höchlich befriedigendes Resultat zu erzielen sein. Einige einschiägliche Bemerkungen werden wir gleich oben nachtragen.

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