Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 131 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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von vr. M. Hirsch. 131 klar machen. Man denke nur an die geradezu unerschöpfliche Fülle von adäquaten Analogien ans dem Kreise des Kindes, z. B. an den engen Stiefel der auf den Leisten geschlagen wird rkud den passenden, dem man dieselbe Rechtswohlthat angedeihen lassen wollte*) 1c.; an die vom Lehrer corrtgirte llebersetzung des Schülers und ein etwa vom Schüler ״corrtgirtes" Lesestück u. s. w. - Wenn aber so die beiden Begriffe Judenthum und Reform einzeln dem Verständnisse keine Schwierigkeit bieten, so läßt sich nicht absehen, wie sich das in ihrer Beziehung auf einander anders verhalten sollte. Wenn dem Kinde das Jndenthum in seiner Totalität als göttlich dasteht; wenn in den oberen Klassen beim הו2ש - Unterrichte ihm gezeigt ist, wie in dem לאו לא חםוד und in dem Ausspruche על פי התורה אשר ,,חך auf die völlige Gleichheit der mündlichen mit der schriftlichen Lehre hingewiesen und die gleiche Verpflichtungskraft auch der von ח׳ז׳ל getrossenen Anordnungen enthalten ist: so bedarf es ja nur eines Hinweises auf die bet der Entwickelung des Begriffes Reform gewonneuen Sätze, um den inneren Widerspruch in der Anwendung dieses Begriffes auf . das Judenthum — selbstverständlich nur für Den, dem cs in seiner Totalität als göttlich dasteht — bis zur Evidenz ihm deutlich zu machen. Wohl nirgends ist dies Verhaltntß in allen seinen wesentlichen Momenten mit solcher Meisterschaft in Kürze erschöpfend behandelt worden, wie in dem Aufsätze: ״Der Jude und seine Zeit"**), und dennoch wagen wir die Behauptung, es werden sich nicht viele Sätze darin aufweisen lassen, die man ihrer Schwterigkeit halber in der Schule nicht sollte verwerthen können. Es erübrigt uns nur noch, auf den zweiten Theil des Verhältnisses einzugehen. Gelang es das Bisherige recht klar zu machen, so ergeben sich bei dem klebrigen, meinen wir, noch viel weniger Schwierigkeiten. Zunächst würde wohl aus die Bedeutung der Worte ״Orthodoxie" und ״orthodox" einzugehen sein, in welcher unsere fortgeschrittenen'Bruder uns mit diesen Bezeichnungen zu beehren pflegen. Den Nachweis, daß dies nicht unthunlich sei, halten wir für überflüssig, denn *) Es geschieht in wohl erwogener Absicht, wenn wir aus ollen trivialen Beispielen hier dw trivialsten wählen. **) Siche Jes!hn׳׳»n, Erster Jahrgang S. >4 ff. 10»