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Jeschurun · 1858-12-01 · Heft 3 (Dezember 1858) · p. 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 3 (Dezember 1858)
Article
Kislew
Date
1858-12-01
Page
118 (sequence 6)
Language
German
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118 Ktslew. big ist, aber von dieser Erlösung in dem Geschicke der Gegenwart keine Spur sich zeigt, aber immer tiefer das Volk in Elend versinkt, immer höhnender der Trotz seiner Dränger steigt, die Nacht immer dichter, das Dunkel immer dunkler wird, und endlich, wenn Israel völlig verloren scheint, plötzlich, ans mitternächtigem Dunkel das Licht seiner Erlösung hcrvorbricht, zu der zerstückten Volksletchc am Boden Gott in seiner Barmherzigkeit Hinantritt und es mit seinem ״Bedomajich Chaji!" zu neuverjüngtcm Leben weckend vom Boden hebt. y״Y, ״ ,צמח שמו ומתחתיו יצמחGewächs heißt er und. von unten, von seiner Stelle aus wächst er!" so lautet die Inschrift des endlichen Endes, für welches alle bisherige Enden nur vorbereitende Ansänge waren. Mit der eghptischen Erlösung, deren plötzliche, Gottes Allmachts-Arm in offenbaren Wundern verkündende Vollendung das vorhergehende End-Zeichen charakteristrt, war erst der Volkskörper geschaffen, der eben vermöge jenes ausschließlich Göttlichen seines Ursprungs ganz Gott und der Erfüllung seines Werks angehorte. Allein die materielle Fortcxistenz dieses Volkes selber war fortan eben deßhalb dadurch bedingt, daß es sich immer mehr und mehr für dieses Werk ertüchtige, daß der Geist dieses Werkes, d. i. das Gesetz und die Lehre, immer mehr und mehr das Volk in allen seinen Schichten und in allen seinen Verhältnissen durchdringe, auf daß die ganze materielle Existenz dieses Volkes und alle ihm gewährten materiellen Mittel und Kräfte ganz in die Erfüllung des göttlichen Willens aufgehen und nichts anders als der Boden sein, aus welchem das Göttliche mit dem Irdischen vermählt in den irdischen Verhältnissen zur Verwirklichung komme. Sein Ideal ward dem Volke in der Thora, in diesem Buche und diesem Worte seines Gottes vorgezeichnet in die Hand gegeben. Allein aus Jahrtausende ward gerechnet, bis das Volk sich zur vollen Höhe dieses Ideals in allen seinen Gliedern und Beziehungen emporgclebt haben werde. Waren somit die bisherigen Gottoffenbarungen in der Geschichte zur Begründung seines Reiches auf Erden vorzugsweise an göttlichen Rathschluß und Gottes Eingreifen in die Speichen der Ereignisse geknüpft, so waren alle fernern Stadien des Gotteswerkes von der geistigen und sittlichen Selbstvollendung des Volkes aus dem Boden des göttlichen Gesetzes durch den Geist der göttlichen Lehre abhängig. Die Thorah war als ״befruchtender Keim" in den Schooß des Volkes

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