Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- Dr. Barclay: "Die Stadt des großen Königs" [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 101 (sequence 4)
- Language
- German
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von 01. M. Hirsch. 101 Unmittelbar unter dem Mittelpunkte der Kuppel befindet sich der berühmte Fels, über den so viel geschrieben ist. Die Mohamedaner behaupten, dies sei der nämliche Fels von dem ihr Prophet seinen Flug durch die sieben Himmel antrat. Als Beweis zeigen sie, zur tiefen Beschämung aller ungläubigen Zweifler, die Spur die sein Fuß in dem harten Felsen zurückgelassen, ingleichen die der Finger des Engels der ihn zurückhalten mußte, damit er nicht den Propheten aus seinem himmlischen Fluge begleite, was auch in der Thai nothwendig war, denn schon hatte er angesangen sich zu erheben, daher kommt auch seine jetzt geneigte Lage. — Als er von Omar ans Licht gefördert wurde, war er unter einem ungeheuren Hügel von Schutt und Schmutz begraben. Früher jedoch hatte ihn Hadriau's Prächtiger Jupitertempel gekrönt. Der edle Bau, der sich gegenwärtig über und um ihn wölbt, ist unzweifelhafte das Werk des freigebigen Kalifen Abd-el Melek, obgleich man ihn häufig für ein christliches Werk gehalten hat. Die Gestalt des Sakhrah ist eine unregelmäßige, obgleich sie sich einigermaßen der der Plattform nähert, jedoch in umgekehrter; Lage. Er ist ungefähr 60' lang von Nord nach Süd, 5b' breit und! erhebt stch ungefähr 5' über den Marmorboden der Moschee. In j seinem südöstlichen Theise befindet sich ein kleines Gemach von irre-! gulärer Gestalt, kunstlos ausgehauen, ungefähr 8' hoch, mit : 15' langen Seiten — die ״Edle Höhle", zu welcher einige in den Fels gehauene Stufen hinabführen. Ihre Decke ist 4—5' unter der! oberen Oberfläche des Felsen, 5—6' dick und von einer ovalen Höh-; lang von ungefähr 3' Durchmesser durchbrochen. Die Seiteuwände! sind mit Ghps überzogen, um! den.Eindruck hervorzubrtngen, als werde! dieser ungeheuere Fels jetz t von einer gemauerten Wand! getragen. Sie behaupten nämlich, daß er in Wirklichkeit von Nichts getragen wird, die ״Mauer" ist! blos zur. Täuschung, und Beruhigung der Pilger hierhergesetzt, die sich unter einem durch nichts getragenen Felsen leicht unbehaglich fühlen könnten. — Schlägt man auf die Nordseite, so wird, ein hohler Ton vernommen, ein Zeichen, daß sich, unten leerer Raum befindet. Stampft man jedoch aus eine runde sternförmig gearbeitete Marmorplatte in der Mitte des Bodens, so hallt es stark, hell und klangreich nach, ein unzweifelhafter Beweis von dem Vorhandensein einer weiten Höhle unter dieser Platte,.