Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- Dr. Barclay: "Die Stadt des großen Königs" [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 102 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932866-2942901--04136-2942974- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
102 Dr. Barclay: ״Die Stadt des großen Königs״ welche, wie geglaubt wird, die Pforten der Unterwelt verschließt. Dies ist der Bir Arruah oder der ״Brunnen der Seelen", der früher geöffnet war um nach Bequemlichkeit mit de» Seelen der Abgeschiedenen Verkehr pflegen zu können; ans dringenden Klngheitsrücksichten jedoch, die in innigstem Zusammenhänge mit dem guten R»fc gewisser Harems standen, hielt man es für das Beste ihn zu schließen. -- Verschiedene in den Felsen gehauene Vertiefungen zeige» noch die Oerter, an denen angeblich Abraham, Elijahu, David, Salomon und andere berühmte Juden zu beten pflegten. Außer diese» Werken des Meisels jedoch sind große Stücke von ihm ohne sichtbaren Zweck abgehauen, besonders an der Westseite, auch an der Nordscite ist so viel abgehauen, daß er dort nur ein bis zwei Fuß Dicke hat. Dies soll jedoch von de» Kreuzfahrern geschehen sein, dir ihn mit weißem Marmor bedeckten, einen Altar auf ihm errichteten und das Gebäude den ״Tempel des Herrn" nannten, in der Voraussetzung, daß dies der Fels, ans dem David opferte um der Pest Einhalt zu thnn. — Was den Ursprung des Sakhrah betrifft, so glauben die Mohamedaner, er sei vom Himmel gefallen gerade zu der Zeit als der Geist der Prophetie über Mohamed farn.*) Die Moschee ward zweifelsohne von Abd-cl-Mclek Jb » Marwan erbaut, wiewohl sie einige dem Kalifen Omar zuschreiben. Dem widerspricht jedoch einmal dessen bekannter Geiz, ferner wird berichtet, daß die von ihm erbaute Moschee, mit Ausnahme der Größe, der des Sakhrah an edler Bauart weit nachgcstanden habe, und endlich cxistirt unter dem Dorfe der Aksa eine Moschee, die ganz ausdrücklich feinen Namen trägt. Wenn wir dem Verfasser in seinen Angaben über die übrigen Gebäude innerhalb der Mauern des Haram hier nicht weiter folgen, so ziehen wir es vor, ihn im nächsten auf der einen oder andern seiner höchst interessanten unterirdischen Wanderungen zu *) Bekanntlich wird der Sakhrah für den אבן שתיך־ן gehalten. Der Umstand, daß dieser nach unserer Überlieferung (52 ,יומא) nur drei Fingerbreit sich über die Oberfläche des Bodens erhebe, während wie oben bemerkt der Sahkrah 5' hervorragt, steht dem nicht geradezu entgegen, da, wie unser Verfasser an einer andern Stelle bemerkt, die Oberfläche des Haram unzweifelhaft darauf hinweist, daß sie abgetragen worden.