Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- Nach Jerusalem! [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 94 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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94 ״Nach Jerusalem." bildet werden soll; welcher Empfehlung bedarf sie zu ihrem Entstehen? Wir wissen nur eine; aber die kann kein Rabbiner und kein Chacham leisten. Das ist die Bürgschaft, die der Begründer selbst leisten muß, durch seinen makellosen Charakter, durch seine jüdische Gesinnung, durch sein ganzes, dem väterlichen Hetligthume geweihtes Leben. Das ist die einzige Garantie dafür, daß die Anstalt wirklich eine jüdische werde, daß sie wirklich ein SaathauS, aus welchem dem Judenthume starke, gesunde Pflanzen erblühen. Wir haben aber bereits erkannt und der weitere Theil dieses Buches liefert neue Belege, daß die Stisterin keine unglücklichere Wahl treffen konnte, als indem sie Herrn Frankl, der völlig dem Judenthume entfremdet, zum Vollstrecker ihrer Stiftung erkor. Geradezu lächerlich ist es, wenn er sich auf die Empfehlung von Rabbinen beruft, die erklärt, es stehe vom jüdischen Gesetze der Gründüng einer jüdischen Unterrichtsanstalt Nichts im Wege. Herr Frankl erkannte dieses auch recht wohl und um die seiner Person fehlende Bürgschaftsfähtgkeit zu ersetzen, verschmähte er es nicht zu einem Mittel zu greifen, das man im gewöhnlichen Leden mit dem freilich etwas unschönen Ausdruck: Heuchelei, bezeiehnet. Wir sehen deshalb ihn, der in Athen keine Einladung ansschlug, der uns von der ״außerordentlichen Zartheit" des nicht nach jüdischer Vorschrift geschlachteten griechischen Lammfleisches und dem unangenehmen Geschmack der Kamcelsmilch erzählt, die ״Einladung zu Tische" bet der Gräfin Pizzamano, refüsiren lediglich ״um feinen Glaubensgenossen kein Ärgernis! zu geben"; wir sehen ihn beim Chacham Baschi in Jerusalem ein- und ausgehen ״nicht ohne die Hand an die ״Mesusa der Thürpfoste und an die Lippen zu legen", wir erblicken ihn eben daselbst Kaffee und Früchte genießen ״nicht ohne früher das kurze, bevor man Speise oder Trank genießt, übliche Gebet gesprochen zu haben." Es gelang denn auch Herrn Frankl vollkommen, den greisen Chacham Baschi zu täuschen, der ihm in dem guten Glauben an die fromme Gesinnung und den streng jüdischen Lebenswandel des Abgesandten seinen Beistand gerne zusagte. Armer Abulafia, der du nicht ahnst, daß man sich Jude nennen und doch ein ganz an-