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Jeschurun · 1858-11-01 · Heft 2 (November 1858) · p. 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 2 (November 1858)
Article
Federzeichnungen
Date
1858-11-01
Page
89 (sequence 3)
Language
German
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Federzeichnungeck 89 eine )elte ben, rden wir gen; te er gten iner be-!sten des anze jett־־! sei-! 1amt j!den; lttin der diesem und! Ge-! mcht! ^ung lein, ü L er f Hein;rj er-1 eine f elterliches Haus; alle ihre Gedanken,- alle ihre Gefühle waren auf diesen Punkt conccntrirt. Jetzt soll sie Vater und Mutter hinter sich lassen, soll entbehren die gewohnten, liebevollen Unterweisungen der Mutter, die freundliche Aufmunterung des Vaters, die sie bis heute auf jedem Schritte begleiteten; sie soll alles dieses zurücklassen, soll jetzt selbst das Scepter eines Hauses führen und dem ihr angetrauten Manne in seine oft ferne Heimath folgen. Das jüdische Gesetz begriff die ganze Bedeutung der Ehe, die ganze Wichtigkeit der Eingehung derselben in allen hierauf gegebeneu Bestimmungen. So ist der junge Gatte im ersten Jahre der Ehe vom Nationaldienst befreit, damit er sichganz dem Hause widme, das er eben begründet; er darf keine zu anstrengenden, schweren Arbeiten verrichten um sich der Gattin zu erhalten, die er eben heimgeführt und das Gebot: er erfreue seine Frau, daß ste vergesse des Abschieds aus dem Vaterhause, daß sie freudig sich ihm zuwende und in ihm nicht blos den Ernährer und Versorger, sondern auch den liebenden Freund erkenne, wie ist dieses so ganz geeignet, die hohe Bedeutsamkeit zu kennzeichnen, die das jüdische Gesetz der Ehe, dem Weibe zueriheilt. Wahrlichcs gehört die gedankenloseste׳ Uwwiffenheit oder die überlegteste Schamlosigkeit dazu, um die eben nicht selten gehörte Behauptung zu wagen: das Jude,rthum stellt die Krau nicht viel höher als den Sklaven. Welches Gesetzbuch, wenn man die Thora mit den- Gesetzbüchern! der Volker vergleichen will, hat diese und ähnliche Bestimmungen aufzuweisen? Und die jüdische Sitte, die alte, fromme, zartfühlende׳ Sitte unserer Väter,-- wie erkannte sie׳ den! Werth, die Bedeutsamkeit der- Ehe und wie beurkundete es sich im Leben׳, daß das- Gesetz׳ nicht umsonst gelehrt. Seitdem der Leviten Chor im Tempel verstummte׳, erschallten nur : selten die harmonischen Accorde der Musik in den jüdischen Häusern.. Die Erinnerung an! Jerusalem-Zioiüs! Fall war zu machitg,: hasa Leben, draußen zu trübe und ernst. Der Hochzeitstag gehörte mit zu-den Ausnahmen. Musik begleitete den stattlichen-Zug iw dir Synagoge, Musik wich nicht aus dem Frcudenbause.- Auch der lustige Humor. dürftenicht fehlen. In jeder Stadt lebt noch, jetzt der Name eines der hervorragendesten Humoristen, die beim Hochzeitsmahke ihrem Witz sprudeln ließen, im: Munde des Volks. Nicht einen Tag,. i: - T.

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