Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- Federzeichnungen
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 88 (sequence 2)
- Language
- German
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88 Federzeichnungen. Kind dem Manne überantwortet, der es auf Umwegen in seine e entfernte Heimath führt; — die fröhliche Gesellschaft aber jubelte d fort. — Die Tafel war zu Ende, die Gäste hatten sich schon erhoben, 5 um in den großen hellstrahlenden Bastsaal zu treten. — Werden l> wir nicht beten? srng ick den Wirth. ״Ich glaube kaum, daß wir j die erforderliche Anzahl zum ״Neworech Elohenu" zusammenbringcn; t kommen Sie, wir wosten wenigstens ״Mesummon benschen", sagte er zu mir und einem andern ältlichen Herrn. Wir beteten und folgten c den Anderen in den Salon. ז Ich zog mich in eine Ecke zurück und überließ mich meiner < Ihnen bekannten Lieblingsgewohnheit: zu beobachten und zu bet trachten.! Das ist also eine Hochzeit nach dem modernsten und feinsten < Zuschnitt! So wird der wichtigste, Epoche machende Moment des! hieniedigeu Daseins gefeiert!! Gibt eS doch kein Ereigniß, das also folgenschwer für die ganze! Zukunft des Menschen entscheidet, keius, das also die Vergangen-; : heit von der Zukunft trennt. Das Leben empfängt erst sei-! neu Reiz und seinen Werth mit der Hciraih. Der Mann; der bis jetzt astciu gestanden, der des Lebens Last und Freuden allein getragen, zu ihm gesellt sich die freundliche, liebende Gattin und hilft ihm getreulich tragen, nimmt ihm die größere Hälfte der Sorgen ab und ihre Theilnahme an den Freuden macht ihm diese .doppelt süß. Ein neues Leben beginnt für ihn; wenn Sorge und! Anstrengung ihn überwältigen in dem Kampfe des Lebens, der Ge-; danke an sein HauS, an sein Weib gibt ihm neue Kraft und scheucht; die Sorge und glättet die Stirn. Ja die Sorge und Anstrengung; selbst werden ihm lieb und thener, er arbeitet ja nicht für sich allein,! seinem Hause, seiner Gattin gilt die Arbeit und darum wendet er; sich ihr freudigen Sinns zu; das dankbare, lieberfüllte Lächelns der geliebten Frau, das seiner harrt, ist ihm reicher Lohn. Der Jungfrau noch mehr ist dieser Uebergang ein tief in ihrs Leben eingreifender Moment. Der Manu hat doch schon früher ge-s lernt das väterliche Haus zu entbehren und Selbstständigkeit zu er-!! werben. Sie aber tritt ans ihrer ganzen bisherigen Welt in eine! neue, fremde, unbekannte. Sie hat bis jetzt Nichts gekannt, als Ihr!