Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- A. Haesters' Lehr und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 77 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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% Das Lchrimb Lesebuch. 77 durch bis er sich ntederlegt und Gott ihm die müden Lider in süßen Schlummer senkt. Von den Berachoth אשר יצר und אלרי נשמה, die uns die Wundergröße der göttlichen Allmacht und Liebe in dem Gefüge und der Erhaltung des eigenen Leibes, die Göttlichkeit und Gottesherrlichkeit der eigenen, freien, unsterblichen Seele zum Bewußtsein bringen, bis zu יוצר אור, in welcher wir den Lichtstrahl als Herold seines und unseres Schöpfers unb Herrn begrüßen, und allen ברכות הנהני! הראיה והשמיעה, die wir schon dem Munde unserer Kinder übergeben, und die unser ganzes Tagesleben hindurch begleiten, klingt Eine Gotteshymne durchs ganze jüdische Leben, und dieses Leben selbst, in allen seinen Räumen und Momenten, in der Küche wie im Tempel, im Schlaf- und Wohnzimmer wie im Geschäfts- und Gemeinbeleben, nichts als Verwirklichung des göttlichen Gesetzes der Reinheit und der Sittlichkeit, der Wahrheit und des Rechts, der Liebe und der Menschlichkeit, —׳ wer braucht da in den archäologischen Staub einer tobten Vergangenheit nach Momenten universell menschlicher, sittlicher, Natur und Leben heiligender Ideen zu wühlen, um am Ende nichts als Staub aufzutischen, wo das lebendigste Leben der Gegenwart in allen seinen Fugen so universell, so sittlich, so menschlich, so heiligend und heilig zur Hand steht. Freilich, wenn uns das Judenthum in der Gegenwart todt ist, wüssen wir zu den Gräbern der Vergangenheit wandeln und dort nach Lebensfunken spähen! O daß uns eine gütige Fügung bald einen Mann weckte, dem das Judenthum noch lebendig ist, und der es verstünde mit jüdischem Geiste und dem Kinde zugänglicher Klarheit die schöne Ausgabe zu lösen, die sich der Verfasser so löblich gestellt, die aber in seinen Händen so traurig verunglückt! Außer diesem archäologischen Kern hat der Verfasser noch hie und da ״an Bibelaussprüche erinnert, jüdische Erzählungen, Gebetlieder, Gedichte, Choräle, rabbinische Kernsprüche, sogar Räthsel religiösen Inhalts beigefügt." Die Erinnerungen an Bibelaussprüche bestehen großtentheils in bloßen Citctten, von denen einige für den Lehrer eine Beranlassung zu einer zweckmäßigen Belehrung sein können, wozu aber das Buch weüer keine Anleitung giebt. Sonderbar ist cs, daß um einen Spruch gu finden, in welchem Gottesfurcht gelehrt wird, man seine Zuflucht zu Tobias hat nehmen müssen: ״Dein Leben lang habe