Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- A. Haesters' Lehr und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 76 (sequence 10)
- Language
- German
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76 A. Haesters' Lehr- und Lesebücher für Israel. Schulen. Bearbvon E. Hecht. bereitet, wie artig oder unartig ihre Hunde gewesen und welchen ס mineralogischen und lithoglhptischen Werth die Edelsteine des Brustschilds gehabt, das sind weder jüdisch-confessionellc Momente allgemein c menschlicher, universeller Natur, noch bergen sie sittliche Ideen, das * ist für die zu belebende Sittlichkeit so völlig gleichgültig, daß * man in der That kaum begreift, wie der Verfasser bei seiner schv- ' nen, löblichen Aufgabe, die er sich gestellt, zu allem diesem kommen konnte. Und hätte er noch gezeigt, wie unter der Leitung des gött- ' lichen Gesetzes bei den alten Israeliten diese ״gewöhnlichen Verhältnisse des Lebens" durch und durch vom religiösen Geiste durchdrungen, und dort ״alles irdische Streben zur Vergeistigung und Weihe" gehoben war oder werden sollte! Nichts von allem dem. Pure archäologische Notizen! Und es galt doch nicht, zu zeigen wie die alten Inden in Palästina gelebt, sondern das jüdische Leben der Jetztzeit, das lebendige, wirkliche, gegenwärtige jüdische Leben den Kindern zur Anschauung zu bringen und sie da des göttlichen Geistes und des sittliche» Hauches inne werden zu lassen, der noch heute das Leben gestaltend durchweht und das irdische Streben vergeistigt und weiht, das von ihnen, den lebendigen Sprößliugen der dahiugegangenen Vergangenheit gelebt und gestrebt werden soll. Wahrlich, hätte der Verfasser statt den gelehrten Apparat archäologischer Kunde des Morgenlandes nach interessanten Notizen durchzustöbern, das erste beste Leben eines noch jetzt lebenden ganz gewöhnlichen Juden abgeschrieben, hätte er dem jüdischen Knaben und Mädchen nur ihr eigenes, kleines, jüdisches Leben bewußtvoll vor die Seele geführt, welch eine andere, reiche Ausbeute hätte er gefunden! Welch eine Fülle von ״die Natnrverhältnifse zu ihrem göttlichen Quell zurückführenden", ״bei rein natürlichen Dingen religiöse Anknüpfungs- Punkte bietenden" Momenten, braucht man nicht zu suchen, nein, ist ganz eigentlich in dem ganzen gewöhnlichen Leben eines Kindes gegeben, wenn ihm nur das jüdische Element nicht ein archäologisch antiquirtes ist, wenn es vielmehr in der Entfaltung feines eigenen kleinen Daseins zur Verwirklichung kommt! Wie der Jude erwacht empfängt ihn die Religion mit ihren Gottesgedanken und begleitet mit diesen, den Menschen und die Welt um ihn heiligenden und weihenden Gottesgedanken alle seine natürlichen Verrichtungen, Ersahrungen, Erlebnisse, Genüsse und Thätigkeiten den ganzen Tag hin-