Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- A. Haesters' Lehr und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 75 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932866-2942898--04106-2942947- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2. Das Lehr- und Lesebuch. 75 Hunde heulend tu den Straßen umherlanfeu, wie Gassenbettler, die murren wenn sie nicht satt werden (Ps. 59, 15), Aas fressen, im Anskehrtcht stöbern, und ihnen — wie die aus irgend einer morgenländtschen Reisebcschreibung mit schauderhafter Unwahrheit in den biblischen Anschaunngskreis übertragene empörende Notiz lautet — bei Hinrichtungen die Leichname der Gerichteten vorgeworfen werden!!! Sie lernen S. 24 und 25 ganz genau wie die Israeliten in alter Zeit beim Dreschen verfuhren, daß sie Käse aber selten Butter und Milch bereiteten. Sie werden S. 29 mit der Bienenzucht im Morgenlande und mit der richtigen Bedeutung des biblischer! Dewasch bekannt. Sie erfahren S. 40 etwas von der Gartenzucht der alten Israeliten und daß unter den goldenen Achseln in silberner Schale der Spr. Sal. 2b, 11 vorzugsweise die Quitte zu verstehen sei, S. 83 vom Gerstenbrode der alten Juden, und von ihrer Art des Getreideschneidens, S. 84 vom Weinbau, S. 89 u. 90 vom Mahlen, Brodbacken und den Mahlzeiten der alten Jsraeltten. Sie erhalten S. 97 und 98 die botanischen und archäologtschen Notizen über den Palmbaum, die Myrthe, die Bachwetde und den Esrog, S. 142 Archäologisches über die Gewinnung des Salzes bei den alten Israeliten, sowie S. 151, 152 und 153 eine genaue mineralogische Beschreibung der zwölf Edelsteine im Brustschild des Hohenpriesters. Diese archäologische Notizen — und sie bilden die bei weitem überwiegendsten Bestandthcile des vom Verfasser in das Haesters'sche Lehr- und Lesebuch gespendeten jüdischen Stoffes — mögen an sich ganz nützlich und gut sein. Aber, auch nur mit dem vom Verfasser selbst für seine Arbeit bestimmten Maßstabe gemessen, wo in aller Welt ist mit allem dem und in allem dem auch nur im Geringsten ״jenen jüdisch-confessioucllen Momenten" eine Pflege geboten, ״die allgemein menschlicher, universeller Natur sind, die, wenn auch unter besonderm Gewände, sittliche Ideen bergen!" Wo da auch nur Ein Beitrag zur ״Erschaunng der Natur im göttlichen Lichte", zur ״Auffassung der gewöhnlichen Verhältnisse des Lebens im religiösen Sinn", zur ״Vergeistigung und Wethe des irdischen Strebens"! Phrasen, Phrasen, und nichts als Phrasen, und in der Ausführung eine taube Nuß! Wie die alten Israeliten gedroschen und gebacken, gegessen und getrunken, wie sie ihre Viehzucht und ihren Ackerbau getrieben, ob sie Käse oder Butter h«