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Jeschurun · 1858-11-01 · Heft 2 (November 1858) · p. 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 2 (November 1858)
Article
A. Haesters' Lehr und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
Date
1858-11-01
Page
74 (sequence 8)
Language
German
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74 A- HaesterS׳ Lehr- und Lesebücher für israel. Schulen. Bearb. von E. Hechi. ltchen Quell zurückzuführen, versucht auch bet rein natürltchen Diugen religiöse Anknüpfungspunkte zu finden, daher an Btbelaussprüche erinnert, beim Zoologischen biblisch Zoologisches angeführt, bei den Pflanzen den jüdischen Feststrauß, bei den Mineralien, daö Brustbild des Hohenpriesters beschrieben, mit gewöhnlichen Lebcnsverhältnissen biblisch Archäologisches verknüpft re., sodann jüdifche Erzählungen, Gebetlieder, Gedichte, Choräle, rabbinische Kernspräche, sogar Räthsel religiösen Inhalts beigesügt und überall das Haesters'sche Buch im Sinne des Judenthums berichtigt." Kein traurigeres Zeugniß einer bemitleidenswerthen Impotenz vermöchte sich diese das Judenthum kritisch sichtende Ansicht trotz aller hochtönenden Phrasen von Universalismus, Sittlichkeit u. s. w. auszustellen, als in dem Geständntß, das in diesem Selbstreferat liegt. Also nicht in die lebenswarme Wirklichkeit eines vom jüdischen Geist durchwehten, von jüdischen Institutionen getragenen, in Erfüllung des göttlichen Gesetzes sich vollendenden Lebens hat der Ingendlehrer zu greisen, wenn er die jungen jüdischen Seelen ״die Natur im göttlichen Lichte erschauen, die gewöhnlichen Verhältnisse des Lebens im religiösen Sinne auffassen, das irdische Leben vergeistigen und weihen" lehren, wenn er ״jüdisch konfessionelle Momente pflegen" will, die ״allgemein menschlicher, universeller Natur sind und sittliche Ideen bergen"! Das wirkliche Judenthum, in welchem die jüdische Jugend lebt, leben soll, das sie umgibt und die geistige Atmosphäre bilden soll, aus welchem sie ihre Lebenslust zu trinken hat, das bietet ihm Nichts. Zur Archäologie muß er seine Zuflucht nehmen. Biblische Alterthumskunde heißt der Schatz, aus welchem die Perlen ״universell sittlicher Ideen" dem ״sinnlichen und sittlichen Anschauungsunterrichte" etnzureihen sind! Die Kunde einer abgestorbenen Vergangenheit, nicht das Bewußtsein und das Verständniß einer lebensvollen jüdischen Gegenwart, ist das Mittel, das die allgemein menschlichen Ideen in unserer Jugend wecken soll! In der That, Notizen aus der jüdischen Archäologie überwiegen bei weitem die Beiträge, mit welchen der Verfasser das Haesterssche Buch bereichert. Die Kinder lernen allerdings S. 23 bei Gelegenhett des Hundes, daß in der Bibel der Hund nicht mit Ehren genannt wird, daß er nämlich im Morgenlande nicht als Beglei- Ler des Menschen gehalten wird u. s. w>, daß dort ausgehungerte

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