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Jeschurun · 1858-11-01 · Heft 2 (November 1858) · p. 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 2 (November 1858)
Article
A. Haesters' Lehr und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
Date
1858-11-01
Page
73 (sequence 7)
Language
German
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2. Das Lehr- und Lesebuch. 73 Völker, die alle diese Chuckim hören und sagen werden: ist doch eine weise und verständige Nation dieses große Volk! Denn wo ist ein großes Volk, dem Gott so nahe ist u. s. w. und wo ist ein großes Volk, das so gerechte Chuckim und Mischpatim Hätte wie diese ganze Thorah, die ich euch Heute vorlege!" (V. 4) und sonst an vielen Stellern Dieses Mangelhafte und nach unserer Ueberzeugung Irrige in der Grundauschauung vom Judenthum, die der Verfasser mit der herrschenden Ansicht der heutigen Zeitrichtung Lhetlt, ist auch vornehmlich daran Schuld, daß die Ausführung so wett hinter der sch ö neu Ab sicht des V er fasse rs zu rückgeb lieb en>. ״Die Natur im göttlichen Lichte zu erschauen, auch die gewöhnlichen Verhältnisse des Lebens im religiösen Sinn aufzufassen,, das irdische Streben zu vergeistigen und zu weihen", Das hatte der Verfasser als eine ״ganz dem Geiste des Judenthums entsprechende" Aufgabe des Jugend-Unterrichts und der Jngendbildnng begriffen. Im Sinne jener vermeintlich uothwendtgen Sichtung der Bestandthetle dieses Judenthums hat er sich aber nun sofort die Aufgabe der jüdischen Schule und demgemäß die Aufgabe, die er sich bei Bearbeitung dieses Lehr- und Lesebuchs gesteckt, also gezeichnet: ״Es kann darum keinem Zweifel unterliegen, daß es Aufgabe der jüdischen Schule ist, jene jüdisch-eonseffionellen Momente, die allgemein menschlicher, universeller Natur sind, die (wenn auch unter besonderem Gewände) sittliche Ideen bergen, zu pflegen und das möchte Schreiber Dieses bei Beurteilung vorliegender Arbeit berücksichttgt wissen, da diese Wahrheit bei der Ausarbeitung dieser Schrift für ihn maßgebend war." Wie flach und beschränkt, ja wie unwahr muH aber mm eine solche Ansicht vom Judcnthum sein und welche eine ärmliche Ausbeute für die Belebung des Sittlichen muß sie bieten, wenn aus einem Gebiete, das so durch und durch das ganze frische, lebendig pulsirende Leben der Gegenwart in allen seinen Fugen mit dem Geiste der Sittlichkeit durchdringt und in jedem seiner Momente eine universelle, sittliche Idee entgegenträgt, wenn auf dem Gebiete des Judenthums der Verfasser selbst über die Ausführung seiner Ausgabe nur also referiren konnte: ״Ich habe nämlich, um die Naturverhältnisse zu ihrem gött- 6

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