Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- A. Haesters' Lehr und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 70 (sequence 4)
- Language
- German
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70 A. Haesters' Lehr- und Lesebücher für Israel. Schulen. Bearb. von E. Hecht. geben, setzen vielmehr diesem Allem unsere entschiedene Verneinung entgegen. Wir wissen nichts von einer nach allen Seiten sich abschließenden Nationalität, die das Judenthum als eine geschichtliche Ph ase bereits längst überwunden, nichts von einem partikulären Stand- Punkt, den cs bereits znrückgelegt, — wir stellen die ganze Mähre von einem gegenwärtig ״in Entwickelung begriffen sein" des Judenthums in Abrede, wissen nichts von einem Partikulartsmus, den es ״nun" aufzugeben, nichts von einem Uni- Versalismus, den es erst ״aus sich heraus zu bilden", zu dem es sich ״nun zu erheben" habe. All das Universelle, dem das Judenthum heutzutage sich befreundet, dem war cs von der ersten Stunde seines Daseins hold, und der ganze Pnrtiknlarismus, der es vor dreitausend Jahren von allem Unjüdtscheu sonderte, hält es noch setzt und immerdar als lautesten, entschiedensten Protest aufrecht. Stünde ihm noch jetzt das Hetdenthum mit seiner asiatischen Entartung, seiner hellenischen Entnervung, seiner römischen Knechtung des freien, reinen, göttlichen Menschen entgegen, und wo ihm auch setzt noch, sei es unter dem Mantel des Philosophems, unter dem Talar der Kirche, unter dem Hermelin der Politik oder unter dem Frack moderner Sitte dieses alte, Gott und den reinen, freien, göttlichen Menschen leugnende Hetdenthum begegnet, da fleht es noch jetzt mit seinem ganzen alten zurückweichenden und zurückwetsenden Parttkularismus in voller Entschiedenheit da. Wenn uns jetzt das Zudenthum in seinem Gegensatz zu den es umgebenden nichtjüdischen Erscheinungen minder schroff erscheint, so ist dies nicht weil das Judenthum sich der nichtjüdischen Welt genähert, sondern weil die nichtjüdische Welt bereits jüdischer geworden, weil sie durch die aus -dem Judenthum aufgenommeneu und immer mehr durchgearbeiten Keime bereits um einige Stufen näher zu der Höhe des Judenthums herangetrcten. Was hätte auch das Judenthum erst noch heutzutage ans sich zu gebären, aus sich zu entwickeln, ״aus sich herauszubilden"! Das Judenthum, diese gegebene, von Gott gegebene, von Gott zum Höhe- und Strebe-Ziel aller Zetten und Geschlechter dahin gestellte Institution des ״Gesetzes" und der ״Wahrheit"! Nicht wir haben das Judenthum zu erzeugen, zu gebären, zu ent-