Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932866-2942897--04094-2942936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
64 CheschMü. ltchung allf Erden den Weg zu bahnen, -״nursie,in Hinblick auf ihre Vergangenheit und Zukunft vermag engelgleich das Wort der Gotteshetltgüng in den Mund zu nehmen, nur ihre verjüngten Gesammthkitssprossen, die kleinen jüdischen Häuflein in weitester Zerstreuüng vermögen als ihre Töchter das gottverherrlichende Wort der Mutter nachzusprechen und als Sohn dieser Tochter, als Glied der Gesammtheit kann, ja soll der Einzelne dieser Gesammtverherrli-- chung sich anschließen. Kann und soll! Denn wie nur im Anschluß an die Gemeinde der Einzelne den kleinen Antheil voll zu lösen verckag-deri er seinesThetls an der großen jüdischen Gesammtaufgabe zu tragen hat: sö kann ja auch die jüdische Gesammtheit ihre große Gottesbotschaft auf Erden nicht vollbringen, ja sie selbst und ihre Sendling wäre reine Chimäre und Dichtung, wenn nicht jeder Einzelne durch seine volle Dahingabe an die Gesamwtbestimmung und Pflicht sein Schärflein zur Vollendung des Ganzen trüge. Denn nur in dem Gesammtcompler aller Einzelnen ist die Gesammtheit wirklich, sd wie der Einzelne nur im Aufgehen in die Gesammtheit sein wirkliches, ewiges Dasein auf Erden findet. Darum ist aber auch der Anschluß an die ״Gemeinde" im Gebete überhaupt von so hoher Bedeutung für den jüdischen Gottesdienst. Nur im Anschluß an die Gesammtheit, und für dieselbe an seine Gemeinde^ in der Gemeinde, für die Gemeinde, mit der Gemeinde betend und wünschend, hoffend und strebend, wirkend und schaffend findet der Einzelne seine wahrhafte Stelle vor Gott. Und das in solcher Gemeinsamkeit Erflehte mag am vollsten der Erhörung, und nur das durch in solcher Gemeinsamkeit gefaßte Vorsätze Begonnene am vollsten des Segens harren. So sehr, daß selbst, wer an dem wirklichen Anschluß an die Gemeinde zur Zeit des Gottesdienstes verhindert ist, sich wenigstens ihr im Geiste mit seinem Gebete anschlteßen und sein Gebet in derselben Zeit verrichten sollte, in welcher die Gemeinde im Gotteshause versammelt betend vor Gott steht. Denn: אמתי עח רצון בשעה שהצבור מחפללין, ואין הב״ה ־מואס בתפלתן של רבים וכל מי שיש לו בית הכנסת בעירו ואינו נכנס שם להתפלל נקרא שכן רע! ja, גורם גלות לו ולבניו! (Berachoth 7 b. 8 a.) Wie aber somit der Gedanke des Aufgehens des Einzelnen in die Gesammtheit, ja, seines Wurzeln.s und der Begründung seines wahrhaften Seins und Strebens in ihr in so prägnanter Weise im