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Jeschurun · 1858-11-01 · Heft 2 (November 1858) · p. 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 2 (November 1858)
Article
Cheschwan
Date
1858-11-01
Page
65 (sequence 9)
Language
German
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Die Gemeinde. 65 jüdischen Gottesdienst seine stete Ncubelcbung findet, so tritt auch das Korrelat dieses Verhältnisses, die Gegenwart der Gesammtheit in jedem Einzelnen, die Zusammenhvrigkeit, die Gegenseitigkeit Aller, nach welcher Keiner sich materiell und sittlich vollendet halten darf, so lange noch Einer materiell oder sittlich mangelhaft ist, und ebenso Jeder berufen ist für den Mangel des Andern einzutreten und seine Ergänzung zu vermitteln, alle diese die jüdische Gesammtheit zu einer wahrhaft lebensvollen Gemeinschaft gestaltenden Verhältnisse, die das Lebensblut des Gesammtherzens durch alle Organe treibt und jene Sympathie der Glieder erzeugt, die Israel in Wahrheit zu dem ^גוי אחד באר, zu jener Einheit sonder Gleichen auf Erden schafft, um die die Welt uns beneidet — alle diese Verhältnisse treten auch deim Gottesdienst, dieser rüstenoen Weihe fiir's Leben, in eindringlichcr Weise hervoc. Da bedarfö keiner Frrmelung und Weihe, keincs Handauflcgens und Herabstcigens des heiligen Geistes; jeder Unbescholtene kann als שליח צבור die Gesammtheit repräscrttiren und Namens der Gemeinde beten und für Gott die Gemeinde zum Bekcnntniß und zur Beherzigung ihrer heiligsten Bestimmung und Aufgäbe auffordern, — und in den Sätzen כל המחויב ברבר מוציא אח אחרים ירי חובתן und אעפי' שיצא מוציא, daß Jeder der selbst auf eine Sache verpflichtet ist, auch dem Andern zur Erfüllung seiner Pflicht Vermittelung zu leisten vermag und selbst wenn er für sich bereits das ihm Obliegende erfüllt hätte, er sich dennoch so lange noch verpflichtet zu halten hat, so lange die Verpflichtung des Andern noch der Erfüllung Harrt, in diesen Sätzen tritt das ערבות, die Vereint- Wörtlichkeit, die ein Jude für den Andern vor Gott trägt, כל ישראל ערבים זה לוח in so ausgeprägter Weise hervor, daß kaum etwas Anderes so geeignet ist uns des innigen Bandes bewußt zu machen, das uns Alle zu einer einzigen Einheit vor Gott verbindet. Und das ist das Gefühl, au welches die Eingangs mitgetheilten Sätze der Weisen appelliren. Wie wir im Gebete vor Gott sieben, so sollen wir uns im Leben bewähren. WaS wir im Gebete Gott gelobt, das sollen wir im Leben lösen. Nicht im Gebete die Einheit und im Leben die Zwietracht, nicht im Gebete das Gesammtgefühl und im Leben der Egoismus, nicht im Gebete die Hingebung und im Leben die Selbstsucht. Sondern das Gesammtgefühl, das Bewußtsein der Zusammenhvrigkeit, der Gemeinsamkeit der Aufgabe und ihrer Lv-

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