Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1858)
- Article
- Dr. Barclay: "Die Stadt des großen Königs"
- Date
- 1858-10-01
- Page
- 45 (sequence 4)
- Language
- German
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Dßtt Di. WK ■־,!■' W DG die stolze Hauptstadt Israels ursprünglich mit Wasser wohl versorgt gewesen, läßt sich nicht blos mit Nothwcndigkeit aüs vielen Gebräuchen ihrer Bewohner schließen, ergibt sich nicht nur bis zur Evidenz aus den zahlreichen prächtigen Ueberresten von Wasserbauten aus dem Alterthnm, sondern ist auch durch die unumstößltchen Zeugnisse alter Schriftsteller mehr als hinreichend erwiesen. Die gänzliche Regenlosigkeit während eines so großen Thetls des Jahres einerseits und andererseits die überraschende Fruchtbarkeit des Bodens wenn er unter den Strahlen einer tropischen Sonne getränkt wird, mußten die höchste Aufmerksamkeit der Juden auf den Bau von Cisternen lenken, nicht nur um den Regen von den Dächern zum Trink-undsonsttgemhäuslicheuGebrauche aufzufangen, svndern auch um den auf die Felder fallenden durch Canäle in künstliche Bassins oder Höhlen zu leiten, für den Acker- und Gartenbau. Der Winterregen war für sie was der Nil für die Egypter. Spuren von solchen Canälen und Reservoirs finden sich demgemäß -auch überall im Lande. Auf keine Stadt des Alterthums ward vielleicht -so viel Geld und Geschicklichkeit verwendet sie mit nie versiegendem Wasservorrath -zu versorgen, wie auf Jerusalem; es war in dieser Beziehung so berühmt, daß viele Schriftsteller darauf als auf ein wesentliches Moment seiner Festigkeit Hinweisen. So erzählt Strabo, — nachdem er im Allgemeinen die Thatsache angeführt, daß Jerusalem, wiewohl es in einer gänzlich wasserarmen Umgebung liege, dennoch reichlich damit versehen gewesen sei —P omp ej us habe es trotz feiner Festigkeit eingenommen und ״trotzdem in der Stadt Ueberfluß an Wasser herrschte, während draußen alles trocken war". Ebenso Taeitus, der in der bekannten Stelle den Tempel mit seinen Säulengängen als eine Festung schildert und hinzufügt״unten ein Quell nie versiegenden Wassers, Berge unterirdisch ausgehöhlt,!auch Fisch-Teiche und Cisternen um das Regenwasser aufzubewahren/ Und in der That waren jene Werke so trefflich gebaut, daß sie viele Jahrhunderte hindurch ihren Zweck erfüllt haben, ja zum Theil es noch heutigen Tages thuu. Fast jedes bessere Haus im neuen Jerusalem hat seine geräumige Cisterne. Jedoch auf diese Privatreservoirs verließ man sich nicht allein — wenigstens nicht zur Zeit des nationalen Glücks. Ob es innerhalb der Ringmauern