Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1858)
- Article
- Nach Jerusalem! [Rezension]
- Date
- 1858-10-01
- Page
- 39 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Don Ludw. Aüg. Frankl. 39 ntreibt? Mit wie ׳geringem geistigen Werkzeug ausgerüstet gehst du an das Werk! Wer bin ich? um auf diesen Ruinen einzelne Steine znsammenzutragen, sie zu meißeln und den Bau eines Hauses zu versuchen, in welchem Lehre ׳^ünd Licht, die glanzenden Waffen geschmiedet werden sollen, : die allein die Welt erobern, und die das verlorne Erbe der Väter — geistig wieder gewinnen sollen." ״Der ganze tiefe Ernst einer heiligen Pflicht, einer : großen Derantwvrtlichkest trat mir wie ein Riesenschatten entgegen und mich ergriff ein banges Zagen." ״Wer bin ich?" - ■ Wir ׳ haben die ״Visitenkarte" richtig gelesen. Lächerlich ist's an die Erlösung zu glauben, kindisch auf den Messias zu harren; denn ״was in Schutt liegt, es wird nicht wieder auferstehen," All die heißen Gebete, die seit Jahrtausenden das Wiederauferstehcn des Tempels vom Himmel erflehten, .alle Thränen, alle Blutströme, die. geflossen, weil die Juden nun ein Mal. nicht . lassen wollten von der Hoffnung an die Rückkehr inihr Land, alle Prophczethungcn .von der dercinstigen Blüthe des Reichs — Wahnwitz war das Alles, dumme Barbarei! Gelogen haben die Väter, betrogen die Führer; .denn Sonnentempcl undBei-Hamikdasch, eleusinische Geheimnisse und Urtm und Thumim, es ist Alles dasselbe: Menschenwahn und Pfaffcntrug, Beides Barbarei des blutigen Opferdiensteö. Die Tempel des Zeus sind gestürzt, das jüdische Heiligthum auch; die Delphimysterien sind begraben, der ״blutige Opferdienst" Zions gleichfalls. Aber ist denn nun ein Mal einem , Juden Thora und Prophetenwort, ist ihm das Judenthum Nichts, als was ihm Rom und Athen gilt; — nun wohl, dann gehört entweder die beinahe undenkbare ungeheure Unwissenheit dazu, daß er wähnt, seine Ansicht sei die jüdische und das Zudenthum selbst wolle auch nur als Lug und Trug gelten, oder aber es ist in der That ein ״kühnes Vermessen", das ihn dazu treiben kann, sich als Vollführer einer heiligen Aufgabe ei!!es jüdischen Werts zu geriren und diese Verwessenheit hat einen solchen Grad von Kühnheit, wie er Wohl schwerlich erreicht werden kann! Auch wir fragen, wer ist der, der es wagt mit solchen An-