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Jeschurun · 1858-10-01 · Heft 1 (Oktober 1858) · p. 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 1 (Oktober 1858)
Article
Nach Jerusalem! [Rezension]
Date
1858-10-01
Page
40 (sequence 9)
Language
German
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W Mch MusslsM sichten und Gesinnungen den heiligen Boden unseres Heiligthums, — nicht des vergangenen, des zukünftigen HeiligthumS, das! so sicher erstehen wird, wie die Sonne den morgenden Tag grüßt- — in der Absicht zu betreten, sich dort für einen frommen^ heiligen Abgesandten auszugeben; der es wagt Angesichts Jerusalems die größte Schmähung des an diesen Ort geknüpften Heiligthums und Gesetzes auszusprcchcn und hinterdrein beansprucht als ein zweiter Johann ben Sakkai empfangen zu werden. Herr Frankl läßt hier die Frage ״Wer bin ich?" ohne Antwort, an früheren und späteren Stellen seines Puchs scheint er aber großes Gelüste zu hegen, sich mit Rabbi Jochanan ben Sakkai und Rabbi Jchuda Hallevi zu vergleichen. Wir wissen wahrlich diese Bescheidenheit nicht genug anzuerkennen, glauben jedoch, die beiden genannten Heroen dürften im Jenseits sich durch diesen Vergleich zu sehr geschmeichelt fühlen und geneigt sein, die Collegialttät daukbarlichst abzulehnen. AlS eine richtigere Antwort auf diese Frage Herrn Frankl in Jerusalem gegeben wurde, werden wie sehen wie sehr er von dieser freundkichen Bereitwilligkeit gerührt war. Aber im Osten singen schon weiße Streifen an zu schimmern, silberne Fransen am schwarzen mit Sternen bcsäeten Sargtuche der Nacht. Noch wenige Momente und in vollem Sonnenglanze liegt Palästina. ״Der Schönfärber Ben Zion aus Premisl stand demüthig betend, die Tephillin um Stirn und Arm gewunden und sprach weinend den Spruch, wenn Juden das gelobte Land erblicken: ״Weh mir, deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden." Herr Frankl hatte hierzu schwerlich Zeit; der blutige Opferdienst und das funkelnde Orakel und die Frage: wer bin ich? beschäftigten ihn zweifelsohne zu sehr, um in den Spruch, den die Juden beim Anblick des gelobten Landes sprechen, mit einzustimmen und die Tephilin um Stirn und Arm zu winden. Bald gelangen wir in den Hasen von Jaffa, aus welchem ״der Prophet Jona dem Gebote des Herrn folgend auf einem Schiffe zu entkommen suchte, bis ihn der Haifisch verschlang und als zähe Atzung wieder ausspie." An eine Anhöhe vor Jaffa ״war die plastisch schöne Gestalt der äthiopischen Königstochter Andromeda

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