Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1858)
- Article
- Nach Jerusalem! [Rezension]
- Date
- 1858-10-01
- Page
- 36 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932865-2942789--04034-2942862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nach Jerusalem! der ״Gagen aüs dem Morgenlande" schreibende Dichter/selbst tvrim er deren Gestalten dem Lande dir Urväter angehvren läßt, ist der - rufen und befähigt eine jüdische ״nationale Ausgabe" zu lösen. - Jede That erfordert den thätlgen, von seiner Arbeit erfüllten und begeisterten Mann und eine nationale Aufgabe erst vollends den für das Nationalbewußtsein, für die Nationalaufgabe, für das Natidnalheiltgthum glühenden Menschen. Das jüdische Nationalbewußtsein besteht aber nicht darin, ln den gehobenen Momenten der Dichterphantasie sich poetisch angeregt zu fühlen von den Farben und Lichtern des Morgenlands; die jüdische Nationalaufgabe ist doch etwas anderes als ״Märchen aus dem Morgenlande", ״poetische, die Mythe, die Legenden, die Geschichte und das Familienleben des jüdischen Volks verklärende Stimmen der Völker״ zu sammeln, oder Letchenstetnschrifien zu registriren; das jüdische Nationalheiligthum erkennen wir nicht darin, daß das Heiligthum für vergangen, die! Thora für antiquirt gehalten wird. Das Judenthum, die Thora, das Heiligthum gehören der Gegenwart und Zukunft; und wer j eine nationale Aufgabe für das Jüdenthum vollbringen will, muß vor Allem von der Nationalaufgabe seines Volkes und! seiner Lehre voll und ganz durchdrungen sein. j Ob wir hier zu viel gesagt, ob wir aus diesen auf ״der Visitenkarte" stehenden Worten mehr gelesen, als darin geschrieben ist, das mögen die folgenden Betrachtungen lehren, welche wir aus j der Gesellschaft Mit dem Verfasser, den wir aus die Reife begleiten, j schöpfen. 1 II. Wir haben uns mit dem Verfasser -eingeschifft, sind mit ihm in Corfu an's Land gestiegen. Er führt uns zu Herrn Chaza-n, dem Oberrabiner der jonischen Inseln, von dem er uns erzählt, derselbe habe auf die Frage , ob die als sehr fromm bekannten