Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1858)
- Article
- Nach Jerusalem! [Rezension]
- Date
- 1858-10-01
- Page
- 34 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932865-2942789--04032-2942860- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Räch Jerusalem! 34? v Mit wahrer Begierde griffen Wirnach diesem Buche; wir hofften aus dem frommen, warmen Herzen eines Juden-Bericht-zu erhalten über Palästina ״unser- Land"; wir hofften,auf ein. belehrendes/-! ergreifendes Bild von , Jerusalem-Zion z der alten,- ewig jugendlichen Mutter alles Heiligen und Hohen auf Erden. Die Person eines Bevollmächtigten einer frommen Stiftung, die Feder eines Schriftstellers, ׳die wärmere״ tiefere Empfindung eines Dichters, die Empfehlung eines Vorstandes einer Gesellschaft ״ ׳zur Forderung der israelitischen Literatur" — alles' dies berechtigte ütts zu unserer Hoffnung. ל:■■־י'.1 ׳■ :: Wir haben das Buch gelesen und ׳ mit den Gefühlen getäuschter Hoffnung, ja mehr noch, mit tiefem Schmerze und bitterer Entrüstuug legten wir es. aus den Händen. . Wahrlich, es ist ein nicht bedeutungsloses Zeichen der Zeit,׳ daß rin ׳ solches Buch aus der Feder eines jüdischen Pilgers, eines Begründers einer jüdischen Schule auf der Stätte unseres Heiligthums, unter der Aegide eines jüdischen Literar-Jnstituts vor die Oeffentlichkeit tritt! . Wenn wir in Folgendem versuchen dieses Werk zu betrachten, so'bemerken , wir, daß wir dabei lediglich vom jüdischen Standpunkte ausgehen, wozu wir ja,auch nach der ganzen Anlage desselben wohl:vollkommen berechtigt sind. Wir wollen lediglich das Verhältniß des Verfassers zum Judenthume und zu den Juden nach seinem Werke klar zu machen uns bemühen. Der Verfasser reicht uns beim Beginne seiner -Reise seine ״Visitenkarte". Es wäre unhöflich, diese gleich .nach Empfang in Gegenwart des Reisenden, der uns zur längeren Gesellschaft mit sich auffordert, in Augenschein zu nehmen. Nachdem wir aber getreulich mit ihm auf der weiten Reise ausgeharrt, er tu seine Heimath zurückgekehrt ist, wie wir in die unsre,--da dürfen.-wir uns wohl erlauben darüber nachzudenken״ mit wemwir die Reise gemacht, wie unser Retsegesellschafter, oder vielmehr Führer, beschaffen, Welchen Eindruck er hinterlassen. י י . י Die Gewohnheiten des väterlichen Hauses ,- erzählt uns der Verfasser, hatten in früher Jugend in seiner jugendlichen Phantaste verklärte Scenen, in seinem Herzen Sehnsucht nach dem . gelobten Lande wachgerufen. ״Andere Studien beschäftigten mich später als Jüngling, Ändere