Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1858)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1858-10-01
- Page
- 22 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932865-2942788--04019-2942848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
22 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. IV.^Mtlab. 8. Bevor wir nun zur Mtlah zurückkehren, und dort die Bedeutung der vor der Beschneidung zurückzulegenden sieben Tage zu ermitteln versuchen, haben wir uns noch zuvor nach der Bedeutung des Achten im göttlichen Gesetze umzusehen. Denn es dürfte ja dennoch Wohl sein, daß die Bedeutung des achten Tages für die Beschneidung nicht nur in seiner negativen Beziehung zu den vorangehenden sieben, sondern in ebenso positivem, eigenem Werthe zu begreifen wäre, wie.der achte Tag des שמיני עצרת nach dem siebentägigen Hüttenfeste, wie der achte Tag der Tempelweihe nach den vorangegangcnen sieben O81׳bo-Tagen, wie das Wochenfest nach den zurückgelegten sieben Wochen und das Jobeljahr nach den zurückgelegten siebenmal sieben Jahren. Den Ursprung der Bedeutung der Sieben und des Siebenten als den Ausdruck des Vollendeten und des Vollendenden ׳glaubten wir in dem einzigen Werke der höchsten Vollendung, in dem Gottes- Werke der Schöpfung zu finden, das Gott in sieben fortschreitenden Schöpfungen vollendete, und dem Gott mit der siebenten Schöpfung, dem שנת, den vollendeten Abschluß gab. Hat nun Gott nach dieser seiner vollendeten Schöpfung diese seine Schöpfung den mit ihr und in ihr gegebenen Veranstaltungen zur Erreichung des mit dem Sicbenten, dem שנת, gesetzten Zieles des Gottbewußtseins und der Gotteshuldigung im Menschen überlassen, — oder gicbt es vielleicht noch ein Gotteswerk, noch eine ganz neue Veranstaltung, die zu den sieben Werken der Schöpfung noch als das Achte,, als eine neue Schöpfung, htnzugekommen, und wovon vielleicht die Bedeutung der Achtzahl abstrahirt sein könnte? Fragen wir dir heiligen Urkunden der Gottesoffenbarungen, so suchen wir freilich im Gebiete der Natur vergebens nach einer neuen Schöpfung, nach einem neuen Gotteswerke, das wir als die achte GotteSschopfung begrüßen könnten. "Allein im Kreise der Menschheit, die ja bereits am sechsten Tage als der sichtbare Abschluß der sichtbaren Schöpfung erscheint und für welche eben der siebente den Sabbath, den Tag des Bewußtseins und der Huldigung des Unsichtbaren, Einen, und damit die wahrhastige und wirkliche Vollendung der sichtbaren Welt durch das im Menschenkreise zur Vollziehung kommende Bündniß mit dem Unsichtbaren, Einen, bringen sollte, in diesem Menschenkreise zeigt uns das heilige Buch der Gottoffenbarungen allerdings noch eine neue