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Jeschurun · 1858-10-01 · Heft 1 (Oktober 1858) · p. 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 1 (Oktober 1858)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1858-10-01
Page
18 (sequence 6)
Language
German
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18 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. 8 Mklah. Zeit bildete, innerhalb welcher von ihm ein Gedanke zur vollgenügenden Bethätigung, oder eine seiner Beziehungen zum vollen, abschließenden Ablauf kommen sollte? Bildet aber das in sieben Schöpfungstagen vollendete Werk der Schöpfung das Concretum, von welchem die Sieben als Zeichen der Vollendung im Allgemeinen abstrahtrt worden: so dürfen wir wohl noch einmal näher eingehend prüfen, ob denn nicht vielleicht eben dieses thatsächliche Faktum der Schöpfung der Siebenzahl eine ganz besondere Art der Vollendung, und somit dem ״Siebenten", als dem Bringer der Vollendung, ein ganz besonderes Merkmal dessen mitzugeben haben dürfte, wodurch eben die Vollendung verwirklicht werden soll. Wie verhält sich der siebente Schöpfungstag zu den vorangegangenen sechsen, was ist das eigenthümltche Angebinde, welches der siebente Schöpfungstag der Schöpfung brachte und damit eben dem Werke der Schöpfung die Vollendung gewährte? Die sinnlich wahrnehmbare Welt war in den sechs ersten Tagen bereits vollendet, der sechste Tag hatte die Reihe der sinnlich wahrnehmbaren Werke mit der Schöpfung des Menschen geschlossen, — war somit für die sichtbare Welt eine Art abschließender Sabbath und heißt daher שעה שמוסיפין מחול אל הקדש ,השישי n, wie das Wort der Weisen lautet— allein die wirkliche und wahrhaftige Vollendung brachte erst der siebente, und zwar nicht dadurch, daß er derstchtbaren Wclt noch eine Stufe sichtbarer Wesen beifügte, sondern dadurch, daß er dem Repräsentanten der sichtbaren Welt, dem Menschen, das Bewußtsein von dem unsichtbaren Schöpfer und Meister brachte und dieses Bewußtsein also als krönenden Abschluß in die geschaffene Welt ein fügte, daß erst mit diesem, im Menschen zu erhaltenden Bewußtsein, jedes einzelne Werk der Schöpfung und die Schöpfung im Ganzen das Ziel und die das Einzelne und Ganze bedingende Vollendung gefunden. Der siebente Tag fügte also das Unsichtbare zu dem Sichtbaren, knüpfte das Bündniß des Schöpfers mit der Schöpfung, des Meisters mit seinem Werke, Gottes mit seiner Welt, und während im Allgemeinen Sieben das Vollendete und das Siebente das vollendende Höchste auszudrücken vermag, so kann in Wahrheit auch Sieben das im Bunde mit Gott Vollendete vergegenwärtigen, und das Siebente auf den unsichtbaren, mit der sichtbaren Welt verbundenen Schöpfer und Herrn Hinweisen.

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