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Jeschurun · 1858-09-01 · Heft 12 (September 1858) · p. 625

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 12 (September 1858)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1858-09-01
Page
625 (sequence 5)
Language
German
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625 und in ihm und ihn selber zu Seinem Dienste geschaffen, der sie fort und fort zu seiner Weisheit Zwecken leitet, dem die Nacht, dient und der Tag, dem der Tod dient und das Leben, der, auch die Leidcnschaft in der Brust des Menschen geschaffen, auf daß der Mensch mit freier Kraft sie meistere und auch sie zum Heil und Segen im Dienste Gottes verwende. Es zeigt ihm den lichten freien Geist im eigenen Busen und es zeigt ihm den Einen, Einzigen Freien, von dem ihm stammt dieser freie lichte Geist, der ihm in diesem Lichte und dieser Freiheit einen Funken seines eigenen freien allmächtigen Wesens mitgethetlt und ihn mit diesem Funken über Alles, was, sonst in blinder Nothwendigkeit gefesselt liegt und nach blindem nöthigendem Zwange wirkt und schafft, in seine unmittelbarste Nähe hinaufgehoben hat, auf daß er, nach ihm der einzig Freie, die Welt um ihn und die Welt in ihm, über Nacht und Schwäche, über Verwesung und Entartung erhaben, nach seinem, des Einen Einzigen Willen, beherrsche und genieße, verwalte und verwende, und mit jeder freien lichten Regung, mit jedem freien lichten Gedanken, mit jeder freien Menschenthat Ihm, dem Einen Einzigen huldige und diene, und eben in dieser Huldigung und diesem Dienst das Erdenleben mit seinen Tag- und Nachtseiten zu dem Höhenziele der Vollendung bringe. Das Judenthum läßt den Menschen da Gott finden, wo er sich findet. Lust und Leben, Kraft, Freiheit und Freude find ihm die Herolde, die zu Gott geleiten. Auf den lichten Höhen des Lebens baut es seine Hetligthümer. Tod und Verwesung bleiben fern aus seines Tempels Räumen. Schmerz und Trauer müssen abgelegt sein an seinen Schwellen. Mit dem wachen, thätigen Leben öffnen sich seine Hallen. Mit der Nacht, die dem thätigen Menschen zur Ruhe winkt, fallen auch seine Pforten zu. Nur das Licht und das an den Opfergaben des Tages sich nährende Altarfeuer, wirken in den, geschlossenen Tcmpelräumen fort, wie ja auch in dem nach Außen geschlossenen Menschen das nimmerruhende Geistes- und Gemüths- Leben die Brücke von dem Tage zum Tage baut. Es ist eben die Aktivität, die Tagesseite des Menschenlebens, in welcher und mit welcher daS Judenthum den Menschen zu seinem Gotte ruft. Es sind nicht Gebete und Schmerzenslitaneten, es ist der frische, frohe, freie, freudige, thätige Mensch, es ist der Mensch in seiner Welt- Herrschaft, den das Judenthum zum Dienste seines Gottes ladet. ״ ,אליליםVerneinende", עצבים, in dem ״Schmerz der Entsagung"

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