Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-07-01
- Page
- 541 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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»im Di׳. M. Hirsch. 541 fürchten sehr, wir sind ihm, obgleich wir doch nichts weniger als : ״begeistert", vielmehr kalt und nüchtern in der Sprache der Wissenschaft zum ״Verstände" sprechen, wenn auch nicht ״lächerlich", so doch sehr möglicherweise in hohem Grade — ״widerlich" geworden. Ein fataler Zufall war es jedenfalls, der Herrn A. zur Stätte seiner Ergießungen über die Subjektivität jeder Auffassung der Thorah, demgemäß der absoluten Unmöglichkeit einer wissenschaftli-; chen Ergründung des Geistes eines. Gesetzes, so daß ein Jeder, der diese Meinung des Herrn di nicht theilt, das ״Judenthmn in die Rubrik seiner persönlichen Welt- und Lebeusauschauung hineinzwängt" — wir sagen, es war ein fataler Zufall, daß Herr & zu dieser : Stätte gerade diese Zeitschrift wählte. — Sollte aber dieser fatale Zufall nicht bloßerZufallsein-so bedurfte es mir noch jenes ״gewissen Lächelns" mitleidsvoller geistiger Ueberlegenheit, um die Symptome zu vervollständigen, die bisher schon vielfach hervorgetreten, die Symptome der — Jmbecillität. Wenn dieses Prädikat zugleich «ine Entschuldigung involvirt, ■׳ indem es seinen Träger unter den Schutz des öffentlichen Mitleids, in die Kategorie derer stellt, deren פגיעתן רעה, wie das Wort der Weisen sich ausdrückt: so überhebt uns das einer peinlichen Noth- : Wendigkeit. Wie hätten wir es nämlich anders bezeichnen sollen als wissentliche, bö swillige Verd äch tignn g, wenn Herr Pseu-! donymns also fortfährt: ״Wir gehen aber noch einen Schritt weij ״ter und sagen, keinen alleinseligmachenden Glauben!" — ״Nach un- | ״serer innigsten Ueberzengung ist es ein Unglück, daß man über-! ״Haupt das Wort Glauben ins Judenthum hineingeschmuggelt hat. j ״—- Kann der Glaube geboten werden? — Eher kann der menfch-; ״liche Körper durch ein Nadelöhr gepreßt werden, als der menschliche : ״Geist in den Glauben an eine Thatsache, die er nicht für wahr ״hält. — Vom Glauben steht hier kein Wort und was Gott und ״Moses nicht von uns verlangt, das lassen wir uns von keinem ״Sterblichen abtrotzcn" — und weiter: ״und kein Mensch hat das Recht ״ihn (einen Juden) nach seinem Glauben zu fragen, oder ihn, ״wo er sich freiwillig darüber ausspricht nach diesem Maßstabe zu! ״kanonistren oder zu verketzern." Wie hätten wir ohne jenen Um-!stand dies Alles anders bezeichnen können als wissentliche, böswillige