Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-07-01
- Page
- 539 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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»Mi Dr. M. Hirsch. 539 bequem! Freilich hat nicht ein Zeder über solche Hülfsmittel zu gebieten. Wäre Herr S. nicht der, als welchen wir ihn leider oben kennzeichnen mußten, so würden wir zu ihm sprechen: Nein, Lieber, wenn du dich gleich oben als ״auch" einen Sachkundigen in paedagogicis tutvobildete(!, so müssen wir dennoch dir die große Wahrheit erst offenbaren, daß der Lehrer am nachhaltigsten nur durch den Verstand auf das G emüth der Schüler wirken kann. Natür-- lich nurhiustchtlich derAnffaffung von Wahrheiten und bei bereits reiferen Schülern, von welchen beiden Fällen hier ja die Rede ist. Wollte ein achter Lehrer seine reiferen Schüler für etwas ״begeistern", um uns des überschwänglichen Ausdrucks des Herrn S. zu bedienen, z. B für seine Auffassung eines Gesetzes der Thorah, so gibt es dafür nur einen Weg. Er hat ihnen das Gesetz in seiner Totalität, in allen seinen wesentlichen Einzelheiten vorznführen und für eine klare und genaue Auffassung und sichere Einprägung zu sorgen; wenn es dann so, unter stets reger Geistesthätigkeit und lebendiger Geistesgymnastik, dem Schüler in seiner Totalität vor der Seele steht, so wird, ist anders seine Auffassung eine richtige, diese fast von selbst aus der Totalität der Einzelheiten hervorgehen. Je mehr dies vorhergehende Aufnehmen und Einprägen die ganze Geisteskraft der Schüler in Anspruch nahm; je vollkommner diese Aufaffung vollbracht; je sicherer und näher und doch scharf auseinandertretend die einzelnen Momente des Gesetzes vor ihrem Geistesange nebeneinanderliegen: desto leichter und zugleich mit desto unwiderstehlicherer Macht wird nun der elektrische Funke die einzelnen, eben noch klar und scharf von einander getrennten zu einem belebten Ganzen verbinden, und dies Leben wird wahrlich kein galvanisches Scheinleben fein. Sie haben Stufe für Stufe unter Anstrengung erklommen — diesen folgend gelangteu sie von selbst zur Hohe. Sie selbst haben die einzelnen Saiten aufgezogen und gestimmt, eine nach der andern —: die Töne aller vereinigen sich jetzt zum Akkorde der — Wahrheit. Da aber die Vollkommenheit dieses Resultats wie bemerkt abhängig ist von der Deutlichkeit und Kräftigkeit, mit der die thatsächlichen Einzelheiten ausgenommen wurden; diese aber nicht sowohl von der Reizempfänglichkeit der Uranlage, — von der vielmehr die Innigkeit, Wärme der Gefühle, überhaupt das was wir Gemüth nennen, abhängt — als vielmehr von der Kräftigkeit und Lebendigkeit derselben bedingt