Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-07-01
- Page
- 538 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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538 Zur jüdischen Schillfrage, ISL übersteigliche Schranke feiner Subjektivität getrennt. — Wir wissen sehr wohl, Herr X. wird uns in seiner geraden Weise fragen, ob wir denn meinten, ein jeder Lehrer müsse — Kant studiren? Nein, wohl aber wäre von jedem, sogar Pseudonyme», der mit so maßloser Arroganz Satze angreift, die vielleicht nicht ganz ohne innere Folgerichtigkeit und logische Scharfe sind, zu erwarten, daß er sie wenigstens zu verstehen, und, bevor er mit wissenschaftlichen Ausdrücken um sich her wirst, sich wenigstens von der Tragweite und den Consequenzen seiner eigenen Satze einige Rechenschaft zu geben wisse. Wenn Herr .£. ferner so große Furcht vor eigenen ״Systemen" der Lehrer zur Schau tragt, so kennen doch auch wir die jüdischen Schulen in Hamburg und viele anderswo, und möchten uns deßhalb die bescheidene Frage gestatten, wo denn die jüdischen Lehrer sich befinden, die stets im Begriffe sind sich ein eigenes ״System" zu bilden, und gar begeistert darauf zu schwören? Neberhanpt ist es sehr grausam von Herrn £., uns von seinem reichen Schatze von Entdeckungen immer gerade nur so viel zu zeigen, um uns recht gespannt auf das Nähere zu machen, das er ans Gründen uns versagt. So kennt er auf derselben merkwürdigen Seite 481 Menschen, ״die schließlich mit dem Gemüthe denken" 3 Doch wir dürfen uns nicht aufhalten. Ware zur Anwendung eines abgenützten Kunstgriffes Geist erforderlich, so würde der geehrte Ungenannte durch das Folgende den Anspruch erwerben unter die Jünger des edlen und frommen Lojola ausgenommen zu werden. Wir hatten von der Nvthwendigkeit der Einwirkung aus die Anschauung der Kinder gesprochen. Hatten wir damit zu verstehen gegeben, daß dies erreicht werde, wenn man die Kinder — langweile, sie einschläfere, begeistert in sie hineinpredige? Muß doch wohl! — Denn sofortrnft Herr ch. einen seiner bereitstehenden schwärmenden ״Lehrer", stellt ihm einen vorzugsweise ״verständigen" Schüler gegenüber, zieht ihn auf bis der Zeiger auf den höchsten Grad von Begeisterung weist und — läßt ihn dann ablausen, ganz unbekümmert um den gähnenden Schüler, ״und in dem Moment, in dem der Lehrer glaubt in dem Schüler den höchsten Grad von Begeistern» g entzündet zu haben, ist ihm das ganze System des Lebrers erst lächerlich, dann widerlich geworden." Das neune ich noch