Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-07-01
- Page
- 537 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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von vr. M. Hirsch. 537 wie gesagt, von irgend einer Auffassung eines Verses, eines Gebotes, einer Klasse von Naturerscheinungen sagen läßt, sie sei schon gewiß, d. h. nothwendtgerweise richtig: so sicher läßt sich von sehr vielen Auffassungen behaupten und beweisen, daß sie nothwendigerweise falsch seien. Wir dürfen jedoch vor allem Herrn 3t. die Frage nicht schenken, wer es denn sei, der seine Auffassung als die allein selig mache» de htngestellt habe? Aus dem Dunkel des Versteckes Angriffe und Verdächtigungen schlendern, und nicht einmal den Muth haben, den gerade heraus zu nennen den man angreift, verräth allerdings einen etgenthümlichen Muth und noch eigenthümlichere Begriffe von Charakterstärke und Ehre. So lauge Herr £. nicht seinen Namen und Denjenigen nennt, der seine Auffassung als die allein selig machende, ja auch nur als die nothwendtgerweise einzig richtige dahingestellt: so lange trifft ihn das volle Gewicht dieses Vorwurfes. Wir wollen ferner dem sehr geehrten Herrn die Frage nicht erlassen, wer ihn denn jemals zu dem tollhäuslerischen ״Beweise seiner totaten Unabhängigkeit von dem eigenen Ich — in die Werkstatt seines Geistes" geführt habe? Beiläufig, wohin hätte Herr X, denn eigentlich erwartet bei einer solchen Gelegenheit evcnt. geführt zu werden? Kann man denn auf seine eigenen Schultern steigen, um eine freiere Aussicht zu haben? Und nur eben so beiläufig bemerken wir, daß Herr 3k. so wenig von dem Gebrauch und der Tragweite seiner eigenen Waffen unterrichtet ist, daß er mit seinem widersinnigen Beweise der Unmöglichkeit einer richtigen Auffassung, (denn das ist stets des Pudels Kern, Niemand habe ja ein Recht sich von der Richtigkeit seiner Auffassung überzeugt zu halten, deßhalb — keine allein selig machende Auffassung), daß er gar keine Ahnung davon hat, toie aus seinen Behauptungen nicht bloß die Unmöglichkeil einer für Alle maßgebenden Auffassung der Thorah, sondern über- Haupt einer jeden wissenschaftlichen Erkeuntuiß, ja einer jeden sinnlicheu Wahrnehmung folgt. Denn auch ״wenn wir die Dinge zu uns reden lassen", so vermögen diese doch nie unmittelbar zu dem denkeirden, appcrcipireudcn Ich zr, gelangen; nur durch die Sinne nehmen wir wahr, der Geist iveiß von den Dingen der Außenwelt nur durch das Medium des Körpers, mit einem Worte das denkende und erkennende Subjekt ist von dem Objekte stets durch die nn-