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Jeschurun · 1858-06-01 · Heft 9 (Juni 1858) · p. 483

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 9 (Juni 1858)
Article
Noch ein Wort zur jüdischen Schulfrage
Date
1858-06-01
Page
483 (sequence 10)
Language
German
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Noch rin Wort zur jüdische» Schulftage. 483 Eher kann der menschliche Körper durch ein Nadelöhr gepreßt werden als der menschliche Geist in den Glauben an eine Thaisache die er nicht für wahr halt, und die ihm weder durch sinnliche Anschauung noch durch Schlüsse als wahr erscheinen. Daher war auch die Offenbarung durch die sinnliche Anschauung nothweudig um ישראל zur Anerkennung Gottes und seiner Lehre zu nöthigen, und daraus bezieht sich auch die ,תורד wenn sie von den מצאי מצרים diese Auerkennung fordert, 'אתם ראיתם כי וגו. Wenn aber der sterbende Moses sich an die Nachgeborenen wendet und ihnen für alle Folgezeit sein geistiges Testament vermacht, beantwortet er die Frage: ״Was verlangt Gott von dir?" mit den Worten: ״ihn zu fürchten indem du seine Wege wandelst, ihn zu lieben indem du dich ihm dienstbar zeigst," und schließlich dieses alles umfassend, ״seine Lehren und Gebote zu halten — die ich dir befehle — zu deinem Wohle." Diese Gebote sind es, die zur Ehrfurcht und zur Liebe erzkdhen. Vom Glauben steht hier kein Wort und was Gott und Moses nicht von Ms verlangt, das lassen wir uns von keinem Sterblichen abtrotzen. « Das Jubenthum ist, um uns eines wenn auch trivialen, doch sehr bezeichnenden Ausdrucks zu bedienen, die Religion, die zu uns spricht: ״Thul was ihr sollt, glaubt was ihr wollt!" Als selbstverstündlich setzen wir mit diesem Thun die Anerkennung der Verbindlichkeit dazu für heute und alle Folgezeit voraus, sonst würde wohl Keiner so närrisch sein, seinem Thun und Lassen solche Schranken zu ziehen. Diese Anerkennung der Verbindlichkeit des schriftlichen und mündlichen Gesetzes קבלת עול חורה קבלת עול מלכות שמים und vornehmlich dessen Bestätigung durch die That machen den gebornen Juden zu einem faktischen in alle:! öffentlichen wie privaten Lebens- Verhältnissen und kein Mensch hat das Recht, ihn nach seinem Glauben zu fragen oder ihn, wo er sich freiwillig darüber ausspricht, nach diesem Maßstabe zu cLuonisiren oder zu verketzern. Wenn der רמבם Auffassung und Erklärungen von תורה und מצות giebt, die manchem Frommen seines Zeitalters genügten, ihn in den Bann zu thun, wenn der רלכג ebenfalls vielgeschmäht ob seiner freiem Geistes- Achtung unter Anderem sagt, daß Bileams Esel ein erträumter ge-

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