Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1858)
- Article
- Noch ein Wort zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-06-01
- Page
- 484 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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484 Noch ein Wort zur jüdischen Schnlfragk. de ui sp se 9' m bl f wesen sei, wenn der gewiß von Keinem als heterodox bezeichnete ^ר2ב Erklärungen von einzelnen Stellen וזורה der giebt, die der hergebrachten Auffassung ober bem Wortlaut entgegen sind, so wirb wahrlich heute es Keiner wagen zu behaupten, er sei ein besserer Jude als diese drei Sterne erster Große am Horizont des jüdischen Wissens, weil sie Dies ober Jenes nicht glaubten ober sich so dachten wie Andere es sich nicht denken und dachten. Verwahren wir uns schon auf bem allerheiligsten Gebiete der הורה solcher Ein- und Uebergriffe in bas was unser eigenstes in- 111 »erstes Eigenthum ist und bleiben soll, um wie viel mehr müssen wir dagegen protestiren, wenn man weit darüber hinaus, den Glauben als das Kriterium des ״achten Juden" hinstellen will! Wir wollen unS hier am wenigsten darüber aussprechen, ob es zwei Jesaias gegeben oder ob על נהרנה בבל unter David oder den Makkabäern gesungen sei, wir geben auch gern zu, daß wir zu der Entscheidung dieser Frage uns weder berufen noch befähigt fühlen. Wie aber überhaupt diese Fragen mit dem praktischen Judestthum Zusammenhängen und was das Judenthum eines Mannes leidet, der sich nicht dazu entscheiden kann das Kapitel 137 als im Vorgefühl zukünftiger babilonischer Gefangenschaft gesungen zu denken, das vermögen wir nicht einzuschen. Wenn man «ns aber gar mit der Pistole auf die Brust rückt und uns zuruft: Hier zwei Jesaias und hier Judenthum, so legen wir den energischsten Protest dagegen ein. Mit Recht wehren wir uns dagegen, wenn man unsere Stellung mit der der kirchlichen Reaktion aus andern! Gebiete idcntificiren will; mit einer solchen Auffassung aber bekennen wir uns nicht nur zu dem Standpunkte Hengstenbrrgs, Leo's und Consorten; wir führen das Prinzip das die Inquisition über die Menschheit gebracht, in's Zudenthum hinein und zeigen, daß, wenn wir unfern Aussprüchen nicht gleich den Apparat derselben folgen lassen, uns nichts dazu fehlt — als die Macht. Außer der Unwahrheit und Unrechtmäßigkett eines solchen Stand- Punktes ist er auch in heutigen Zeiten ein unweiser. Wir haben nicht allzuvtele Kämpfer für unsere Sache, nicht allzuviele die für das Judenthum fühlen und es lehren. Wir sollten uns wohl hüten, durch das Absperren und Einklammern in selbftgeschaffene Rubriken